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Aktuelle Speichermedien für Videoaufzeichnungen im Überblick …

Der Wandel in der Aufnahmetechnik hat neue Speichermedien mit sich gebracht. Das sind in jüngerer Zeit praktisch nur noch Festspeichermedien in Form von Speicherkarten — zumindest wenn es um die integrierte Onboard-Speicherung im Camcorder geht.

So sahen die Speichermedien vor wenigen Jahren aus: verschiedene Kassettensysteme. Auch beim Schritt von der analogen in die digitale Aufzeichnung war das Band zunächst noch der Informationsträger der Wahl. Das ist passé, aktuell sind bei allen Herstellern Speicherkarten angesagt.

Die Revolution begann im Fotobereich: In atemberaubender Geschwindigkeit setzte sich dort die Digitaltechnik durch, statt von 9×13 und 10×15 sprachen die Consumer plötzlich von Megapixels und jpg, statt Dia- und Bilderfilm kamen Speicherkarten zum Einsatz. Auch wenn viele das zunächst nicht glauben wollten, liegt hier der Ausgangspunkt für den Wandel bei den Speichermedien im Bewegtbild-Profibereich.

Was einst die ersten USB-Speichersticks mit wenigen Megabyte Speicherkapazität einläuteten, steht nun als CF- oder SD-Speicherkarte mit derzeit bis zu 64 Gigabyte Kapazität zur Verfügung — für eine Datenmenge in dieser Größenordnung braucht man sieben DVDs in der weit verbreiteten Spielfilm-Größe DVD-9. Und wenn mit Arri nun auch ein Hersteller mit großer Filmtradition auf SxS-Speicherkarten als Onboard-Medium setzt, weiß man: Die Speicherkarten sind endgültig in der professionellen Bewegtbildtechnik angekommen.

In der untenstehenden Übersicht sind die wichtigsten Informationen zu den in der Branche am weitesten verbreiteten, aktuellen Speichermedien zusammengefasst. Teilweise finden Sie im Lexikon von film-tv-video.de zu den einzelnen Begriffen noch weiterreichende Erläuterungen.

Artikelsammlung zum Thema

Drei Artikel zum Themenbereich Codecs/Formate/Aufnahmetechnik sind schon bei film-tv-video.de erschienen (Links finden Sie am Ende des Artikels), zwei weitere werden in den kommenden Tagen folgen. Diese sechs Artikel sind — ergänzt um zwei Formattabellen und eine Übersicht aktueller Single-Large-Sensor-Kameras — auch in Form einer Print-Publikation und als Komplett-PDF verfügbar. Näheres zum Komplett-PDF erfahren Sie, wenn der letzte der sechs Artikel online erschienen ist.

Übersicht der aktuellen Speichermedien

A-Cam Cartridge: der schwedische Hersteller Ikonoskop hat für seine digitale Kamera ein eigenes Speichermedium entwickelt, eine etwa scheckkartengroße, aber etwas dickere Speicherkarte. Mit einer Kapazität von 160 GB soll sie 32 Minuten Raw-Material aufzeichnen können (1.920 x 1.080, 25 fps) – bei einer Datenrate von bis zu 240 Mbps.

CF-Card: Die CompactFlash-Speicherkarte kommt ursprünglich aus dem Fotobereich, konnte sich später aber auch in anderen Bereichen etablieren. Diese Karten setzt unter anderem der Hersteller Red Digital Cinema als Speichermedium bei der Kamera Red One ein. Auch Canon nutzt bei seinen DSLRs mit HD-Videofunktion und bei seinen bandlosen XF-Camcordern auf die CF-Card als Speichermedium. Sony arbeitet zudem beim CF-Card-Recorder HVR-MRC1 ebenfalls mit diesem Speichermedium. 64-GB-CF-Karten ermöglichen Schreib-/Lesegeschwindigkeiten von bis zu 90 MBps.

Festplatten, Diskrecorder: Portable, externe Diskrecorder verschiedener Hersteller lassen sich über diverse Schnittstellen an Camcorder oder Kameras anschließen und zeichnen parallel zum Onboard-Speicher oder auch als einziges Aufnahmemedium die Kamerasignale auf. Interessant ist dabei, dass eine wachsende Zahl von Camcordern ein höherwertiges Signal an externe Geräte ausgeben, als sie intern speichern kann: Will man alos die maximale Aufnahmequalität erreichen, muss man einen externen Recorder nutzen. Solche Recorder nutzen heutzutage teilweise eigene Cartridge-Sys­teme mit Festplatten oder Solid-State-Speicher. Einer der nächsten Artikel dieser Reihe befasst sich mit einer Auswahl solcher Set-Recorder.

FieldPaks: Dieses spezielle Wechselfestplattensystem nutzt Ikegami bei seinem Editcam-System. Am Camcorder können verschiedene Codecs eingestellt werden, die Daten werden dann im entsprechenden Format auf die FieldPaks geschrieben.

GFPak: In Form der GFPaks bietet Toshiba gemeinsam mit Ikegami eine weitere Festspeicher-Variante an. Dieses Speichermedium kommt im bandlosen Camcorder von Ikegami zum Einsatz. GFPaks sind deutlich größer als SD- oder CF-Speicherkarten, bieten aber etwa eine integrierte Kapazitätsanzeige und sind mit zwei Schnittstellen ausgestattet, die im IT-Bereich weit verbreitet sind: SATA und USB 2.0 – man benötigt also nicht unbedingt einen Reader oder einen Rechner mit speziellen Slots, um das Material kopieren und sichten zu können. Mittlerweile gibt es zwei Baureihen von GF-Paks und auch GF-Adapter, die sich mit CF- oder SD-Karten bestücken lassen.

Memory Stick: Sony setzte bei seinen Kompakt-Camcordern früher ausschließlich auf die hauseigene Speicherkarte Memory Stick. Mittlerweile unterstützt der Hersteller in aktuellen Geräten auch die alternative Verwendung von SD-Karten für die Aufzeichnung.

Memory Sticks gibt es mittlerweile in zahlreichen Varianten (Memory Stick (MS), Memory Stick Duo (MSD), Memory Stick Pro (MSP), Memory Stick Pro Duo (MSPD), Memory Stick Pro-HG Duo HX). Für die neuen NXCAM-Geräte empfiehlt der Hersteller die Duo-HX-Sticks.

P2: P2 steht als Kürzel für Professional Plug-In Card, ein Speichermedium, das Panasonic speziell für den Einsatz in bandlosen Profi-Camcordern entwickelt hat. Jede P2-Karte kombiniert vier SD-Card-Speicherchips in einem PCMCIA-Gehäuse. Dadurch wird zumindest in der Theorie die vierfache Transfer- und Schreib-Datenrate erreicht, wie bei einer einzelnen SDHC-Karte: bis zu 640 Mbps Transferrate sind theoretisch möglich. Panasonic bietet zwei Baureihen von P2-Karten an: die A- und E-Serie mit etwas unterschiedlichen Spezifikationen und Preisen. Die größte P2-Karte speichert derzeit 64 GB. In DVCPROHD passen 64 Minuten Material auf diese P2-Card.

Professional Disc: Die Professional Disc (PD) hat Sony als Speichermedium für das XDCAM-Format entwickelt. Das optische Speichermedium ist technologisch mit der Blu-ray Disc verwandt, aber damit inkompatibel. Die zuerst eingeführte Single-Layer-Scheibe hat 23 GB Speicherkapazität. Eine Weiterentwicklung dieser Disc ist die Dual-Layer-PD. Sie bietet eine Speicherkapazität von 50 GB. Die Dual-Layer-Scheibe ermöglichte das jüngste Format der XDCAM-Familie: XDCAM HD 422. Zur IBC2010 erweiterte Sony die PD-Familie um eine einmal beschreibbare Quad-Layer Disc, die 128 GB Speicherplatz bietet. Die signifikante Kapazitätserweiterung der Quad-Layer Disc, sowie deren höhere Übertragungsgeschwindigkeit sollen die PD auch als Option für die Langzeitarchivierung im Markt etablieren.

SD-Card: SD ist das Kürzel für das kompakte Speicherchip-System Secure Digital. SD-Speicherkarten sind die am weitesten verbreiteten Speicherkarten im Markt. SD-Karten sind kleiner und dünner als CF-Speicherkarten.

Die aktuell leistungsfähigste Version von SD-Speicherkarten sind SDXC-Karten. Die Speicherkapazität dieses Speichers ist auf bis zu 2 Terabyte ausgelegt, angepeilt werden Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBps. Derzeit gängig sind SDXC-Karten mit Kapazitäten von bis zu 64 GB und Schreib-Geschwindigkeiten von 10 bis 35 MBps (je nach Anbieter).

Die derzeit noch weiter verbreiteten SDHC-Karten sind in verschiedene Klassen unterteilt und mit Speicherkapazitäten bis zu 32 GB verfügbar. Die leistungsfähigste Class 10 bietet eine Geschwindigkeit von 10 MBps.

Panasonic, JVC und seit kurzem auch Sony, nutzen SDHC-Karten in AVCHD-Camcordern mit professionellen Features. Je nachdem, in welcher Bildrate man aufzeichnen will, muss man auf die Leistungsfähigkeit der Karte achten und die entsprechende Klasse verwenden.

SR Memory: Sony hat für 2011 die Einführung eines Festspeichersystems angekündigt, das eine Speicherkapazität von einem Terabyte und Transferraten von 5 Gbps bieten soll. SR-Memory soll als alternatives Speichermedium im HDCAM-SR-Bereich für den Camcorder SRW-9000 und die Kameras F35 und F23 angeboten werden.

SxS: Speicherkarte für Profi-Camcorder von Sony. Die SxS-Speicherkarten passen in PC-Express-Slots an Laptops und PCs, sowie in bestimmte XDCAM-Geräte von Sony. Sony führte SxS als Speichermedium des Formats XDCAM EX (4:2:0, max. 35 Mbps) ein, mittlerweile gibt es aber auch einen Camcorder der mit höherer Datenrate von 50 Mbps in 4:2:2 auf SxS aufnehmen kann. Die maximale, theoretische Übertragungsrate lag bei der ersten Kartengeneration (SxS Pro) bei 800 Mbps. Die neuen SxS-Karten (SxS-1) bieten eine Übertragungsrate von 1,2 Gbps und können sowohl im UDF- wie im FAT-Modus arbeiten.
Mittlerweile gibt es auch viele SxS-Speicherkarten und Adapter, mit denen sich andere Speicherkarten im SxS-Slot verwenden lassen. Sogar Sony selbst bietet mit dem MEAD-MSD01 so einen Adapter an. Allerdings bieten diese Adapter etwa für Slowmotion nicht immer eine ausreichende Performance.

SxS kommt auch bei Arris Alexa zum Einsatz. Allerdings zeichnet Arri im Apple-Format ProRes auf die SxS-Speicherkarten auf.

weitere Details und Fotos unter:
http://www.film-tv-video.de/newsdetail+M5b0aa389242.html

26. Januar 2011 - Posted by | Uncategorized

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