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Test Sony NX5: Zeitenwende bei CamCordern …

Sony steigt mit dem Handheld-Camcorder HXR-NX5E auch im Profi-Segment in die bandlose Aufzeichnung mit dem AVCHD-Codec ein. Der neue Camcorder kann auf Memory Stick, aber auch auf SD-Karten aufzeichnen.

Der erste Camcorder der NXCAM-Familie basiert technisch auf dem Z5.

Der NX5 ist SONYs erster Bandlos-Camcorder im Profi-Segment, der mit dem AVCHD-Codec arbeitet. Der Hersteller hatte den NXCAM-Camcorder Ende vergangenen Jahres angekündigt und damit sofort etliche Aufmerksamkeit erregt. Anfangs gab Sony nur an, dass der Camcorder auf die firmeneigenen Memory Sticks aufzeichnen werde. Zur Consumer-Messe CES in Las Vegas kündigte der Hersteller dann an, dass auch die Nutzung von SDHC-Speicherkarten möglich ist. Damit ist der Camcorder deutlich flexibler und letztlich viel interessanter geworden. Als weiteres Speichermedium bietet Sony einen optionalen, andockbaren Flash-Memory-Baustein an.

Vereinfacht gesagt, stammt der Kamerapart des NX5 vom HDV-Camcorder HVR-Z5E (Test), aber aufgezeichnet wird auf Festspeicher und in AVCHD, statt auf Band in HDV. In den Details gibt es aber auch noch etliche weitere Unterschiede zwischen dem Z5 und dem NX5.

Eckdaten

Der NX5 ist mit drei CMOS-Sensoren (1/3 Zoll) und dem 20fach-Objektiv der »G-Serie« ausgerüstet, das seinen Ursprung im Zukauf des Fotoherstellers Konica/Minolta durch Sony hat, also sozusagen aus eigener Produktion kommt. Das Objektiv ist mit drei Bedienringen bestückt, mit denen sich Blende, Zoom und Fokus manuell steuern lassen — wenngleich ohne festen Anschlag.

Der NX5 speichert Bild und Ton in unterschiedlichen AVCHD-Auflösungsstufen in HD oder SD auf den eingelegten Speicherkarten. Weiter steht optional der Festspeicher-Andockrecorder HXR-FMU128 zur Verfügung, der bis zu 128 GB Material fasst. Weitere professionelle Ausstattungsmerkmale sind derHD-SDI-Ausgang und die XLR-Anschlussmöglichkeiten. Sony gibt für den HX5 einen Netto-Listenpreis von rund 4.500 Euro an, für den Festspeicher-Andockrecorder rund 830 Euro.

Consumer-Version AX2000

Eine etwas vereinfachte Consumer-Version des Camcorders bietet Sony mit dem HDR-AX2000 ebenfalls an. Flash-Memory-Option, HD-SDI-Ausgang, wahlweise Audioaufnahme im AC3-Format oder unkomprimiert im linearen PCM-Modus, sind aber exklusive Features des HXR-NX5, die das ansonsten bauähnliche Consumer-Modell HDR-AX2000 nicht bietet. Weitere Unterschiede bestehen in den NX5-Features 720p60-Aufnahme, GPS-Datenaufzeichnung, Timecode-Features und einigen Bedienfunktionen. XLR-Buchsen bietet aber auch der HDR-AX2000.

Aufzeichnung

Beim Aufzeichnungsformat kann sich der NX5-Anwender zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden: In HD zeichnet der Camcorder wahlweise in 1.920 x 1.080i50, 1.920 x 1.080p25, 1.280 x 720p50 oder 1.440 x 1.080i50 auf. Für die Aufzeichnung in diesen Rastern stehen jeweils verschiedene Qualitätsstufen zur Verfügung: Der FX-Modus arbeitet mit 24, FH mit 17 Mbps, für die vollen Raster zur Verfügung. Wird das von HDV bekannte, reduzierte 1.440er-Raster angewählt, stehen der HQ-Modus mit 9 und der LP-Modus mit 5 Mbps zur Wahl.

Für die SD-Aufzeichnung lässt sich der Camcorder im Menü umstellen, er nimmt dann in der hierzulande von Sony vertriebenen E-Version des Geräts, mit 576 Zeilen auf, als Bildrate sind dann 50i / 25p wählbar.

Eine Besonderheit des Geräts: Sony zufolge ist es möglich, parallel in HD auf der Speicherkarte und in SD auf dem Festspeicher-Andockrecorder aufzuzeichnen (auch umgekehrt). Das Flash-Memory-Modul stand zum Testzeitpunkt allerdings noch nicht zur Verfügung, daher ließ sich diese Funktion nicht überprüfen.

AVCHD: Besonderheiten des Codecs

AVCHD kennen viele Profis aus der Consumer-Welt und staunen immer wieder über die effektive Kompression des AVCHD-Codecs — und damit verbunden über die auffallend gute Bildqualität. Sicher, AVCHD betreibt in gewissem Maß auch Effekthascherei, dennoch: Insgesamt liefert der Codec eine recht gute Bildqualität bei geringen Datenraten, das moderne Kodierverfahren ist effektiver als MPEG. Ein Hemmschuh in der weiteren Verarbeitung ist allerdings immer noch die Postproduktion. Zwar sagen die gängigen Hersteller von NLE-Systemen, dass mit ihren jeweiligen Softwares auch AVCHD verarbeitet werden kann, allerdings funktioniert das bei den wenigsten nativ, sondern das Material wird zunächst innerhalb des Schnittprogramms konvertiert, was Zeit kostet und ordentliche Rechnerleistung voraussetzt.

Bildqualität

Bei Aufzeichnung in 1080i50 mit der höchsten Datenrate des Camcorders (FX-Modus, 24 Mbps) liefert Sonys Jüngster beeindruckende Bildergebnisse: Selbst Bilder mit vielen feinen Details und Linien löst der NX5 gut auf und auch das helle, diffuse Licht eines Wintertags wusste der Camcorder zu meistern. Der helle Himmel wies in der Wiedergabe immer noch Zeichnung auf, wo andere Camcorder schon längst aufgeben mussten und nur noch flächig reproduzierten. Auch die feinen Strukturen des Unterholzes einer Böschung konnte der NX5 gut und kontrastreich auflösen. Dabei musste der Camcorder nicht auf billige Tricks zurückgreifen, indem er etwa den Kontrast hochschraubte.

Im Vergleich zu HDV-Aufnahmen kommt der Camcorder deutlich besser mit Bewegung im Motiv und mit Kameraschwenks klar. Fahrende Autos etwa hoppeln nicht ruckhaft vor sich hin oder rauschen als komplett unscharfe Geisterobjekte durchs Bild. Sie werden beim NX5 wesentlich schärfer und weicher in der Bewegung dargestellt, als etwa bei dessen HDV-Bruder Z5. Bei der Aufzeichnung in 720p50 löst der NX5 diese Aufgabe erwartungsgemäß noch besser als in 1080i50.

Beeindruckend sind die Bilder, die der NX5 bei reduzierten Lichtverhältnissen aufzeichnet: Selbst bei nahezu schwarzen Motiven hält sich das Bildrauschen in sehr engen Grenzen und die Bilder wirken sehr realitätsnah. Eine Hypergain-Funktion bietet der NX5 auch: Sie hellt ein stockdunkles Bild zwar immens auf, allerdings erkauft man sich dies mit einem enormen Bildrauschen, sodass diese Funktion nur dann sinnvoll einzusetzen ist, wenn eine Szene um jeden Preis aufgezeichnet und ohne Rücksicht auf Bildrauschen noch irgendetwas erkennbar sein soll.

Generell ist es zu empfehlen, mit dem NX5 in der höchsten Datenrate mit 24 Mbps zu speichern. In den Modi mit geringerer Datenrate lässt der NX5 bei schwierigen Motiven nämlich schnell Federn. Schon beim Aufzeichnen mit 17 Mbps Datenrate ist der Bildeindruck deutlich unschärfer, die Bilder weisen dann sichtbar niedrigere Auflösung und Bildruhe auf, als im FX-Modus mit 24 Mbps.

Die Steadyshot-Funktion hat Sony beim NX5 erweitert: Nach wie vor gibt es die »normale« optische Bildberuhigung Steadyshot. Zusätzlich bietet der NX5 aber auch die Variante Active Steadyshot an, die für noch stärkere Bildberuhigung sorgen soll. Der »normale« Steadyshot lässt sich in unterschiedlich intensiven Stufen zuschalten. Zur Auswahl stehen »Hard«, »Standard« und »Soft«. Die Bedienungsanleitung warnt davor, bei Schwenks den »Hard«-Modus einzustellen — zu Recht, wie sich im Test zeigt, denn mit dieser Funktion geraten die Schwenks sehr unscharf und schwammig. Auch der »Active Steadyshot« sollte eher vorsichtig eingesetzt werden, denn zum einen leidet darunter die Auflösung, zum anderen verliert man einen Tick an Weitwinkelwirkung, weil elektronisch ins Bild gezoomt und dieser Puffer zusätzlich für die Bildstabilisierung genutzt wird.

Objektiv

Die Dreiring-Bedienung des Objektivs für Zoom, Fokus und Blende kennt man von etlichen anderen Sony-Camcordern, bei denen sie sich ebenfalls schon bewährt hat. Die Drehringe laufen angenehm, und auch wenn sie keinen festen Anschlag haben, ermöglichen sie doch eine ganz ordentliche Bedienung.

Wer die Schärfe beim Drehen mit dem NX5 manuell einstellt, kann sich dabei zusätzlich der Funktion »Expanded Focus« bedienen, die den aktuellen Bildausschnitt vergrößert darstellt, sodass die korrekte Schärfe leichter zu finden ist. Zudem bietet der Camcorder auch eine recht gute Peaking-Funktion, mit deren Hilfe man besser sehen kann, wo die Schärfe liegt.

Ausstattung, Handling

Besitzer des HDV-Camcorders Z5 werden sich beim NX5 sofort wiederfinden, denn dessen grundlegendes Bedienkonzept, wie auch die Anordnung und Platzierung der Tasten. haben die Sony-Entwickler beim NX5 übernommen: Alle wichtigen Tasten, etwa für Blende, Weißabgleich, Gain, Shutter und Fokus sind direkt zugänglich. Weiter stehen sieben Assign-Tasten zur Verfügung, denen der Anwender jene Funktionen aus dem Menü zuordnen kann, die er besonders häufig nutzt.

Eine Funktion, die mittlerweile viele Camcorder aus der Kompaktklasse bieten, ist die Speicherung spezieller Bild-Settings. Bei Sony heißt das »Picture Profile«. In den Profilen sind jeweils spezielle Kombinationen von Einstellungen, etwa für »Cinema«-Look zusammengefasst und abgelegt. Insgesamt sieht der NX5 sechs Speicherplätze vor. Vieren davon hat Sony schon bestimmte Settings zugeordnet, zwei sind noch nicht belegt, wobei sich aber auch die schon abgelegten Settings jederzeit ändern und dann in der variierten Form speichern lassen.

Einige Funktionen des Camcorders sind im Profibereich bisher noch nicht so weit verbreitet: So wurde etwa ein GPS-Modul integriert, das bei der Aufzeichnung Längen- und Breitengrad erfasst und auf Wunsch zusammen mit den Videoclips speichert. Damit kann jederzeit der Ort der Aufzeichnung rekonstruiert werden. Das GPS-Modul lässt sich aber auch abschalten.

Erweiterte Timecode-Funktionalität bietet der NX5 insofern, als mittels Cinch- oder BNC-Buchse der Timecode des Camcorders an einen anderen Camcorder übergeben werden kann — das ist so ähnlich gelöst wie Sonys HDV-Camcorder V1 (Test)..

Vom Z5 kennt man die Smooth-Slow-Rec-Funktion, die Sony auch dem NX5 spendiert hat. Damit lassen sich einfache 400%-Zeitlupen ohne Ton realisieren — wahlweise in SD oder HD. Ist die Funktion aktiviert, kann man wahlweise drei, sechs oder zwölf Sekunden lang in Zeitlupe aufzeichnen — der Camcorder passt die Bildqualität dann entsprechend an. Der NX5 legt die aufgenommene Sequenz zunächst in einem Puffer ab und speichert sie dann auf dem jeweils verwendeten Speichermedium. In der Wiedergabe sind diese Sequenzen dann ums Vierfache länger. Die Qualität einer in HD aufgezeichneten Slomo fällt noch ganz passabel aus, wenn man sich auf drei Sekunden beschränkt. Stellt man sechs Sekunden Aufnahmedauer ein, nehmen Bildqualität und Auflösung drastisch ab, bei zwölf Sekunden wird es grausam. Smooth Slow Recording geht nur mit 1080i und SD, diese Funktion lässt sich also nicht aktivieren, wenn in 720p50 aufgezeichnet wird.

Das ausklappbare Display und der Viewfinder des NXCAM-Camcorders sind ebenfalls alte Bekannte, die genauso etwa auch beim Z7 zu finden sind. Das Display bietet eine Diagonale von 3,2 Zoll aufgeteilt in 921.600 Bildpunkte, der Sucher weist 0,45 Zoll Diagonale und 1.226.880 Bildpunkte auf (852 x 480 x 3; RGB).

Ein Besonderheit des NXCAM-Camcorders ist die Touch-Screen-Funktionalität, die Sony integriert hat. Darüber lässt sich das »normale« Menü aufrufen und bedienen, es gibt aber auch eine Anzeige mit weiteren Modi, etwa fürs Kopieren und Editieren der aufgezeichneten Clips, fürs Grabben von Einzelbildern oder auch fürs Erstellen einer Playlist.

Anschlüsse, Audio

Der NX5 orientiert sich bei der Ausstattung zwar am Z5, aber bei den Anschlüssen ist er etwas besser bestückt: Neben dem HD-SDI-Ausgang bietet er auch einen HDMI-Ausgang, einen Komponenten-Ausgang, sowie analoge I/Os für Bild und Ton (FBAS) und einen USB-Ausgang. Auf eine S-Video-Buchse hat Sony verzichtet. Stattdessen bietet der Camcorder audioseitig von Haus aus zwei XLR-Buchsen, über die sich externe Tonquellen einspeisen lassen. Ein Limiter ist ebenfalls integriert.

Das Anschlusspanel ist vorne am eingebauten Mikrofon angebracht und direkt daneben kann man die gewünschten Quellen (Line, Mic, Mic+48V) dem jeweiligem Kanal zuordnen. Das Bedienfeld fürs Pegeln der Audioquellen ist hingegen links beim Hauptbedienfeld platziert. Audio lässt sich wahlweise als L-PCM oder AC-3 komprimiert aufzeichnen.

Datenübertragung vom Camcorder auf den Rechner

Das Container-Format der aufgezeichneten AVCHD-Daten ist M2TS. Damit muss das verwendete Schnittsystem zurechtkommen. Apple etwa sagte bei der Vorstellung von Final Cut Studio 3 noch, dass man AVCHD eher als Distributions-Codec denn als Akquisitions-Codec betrachte. Folglich muss man im Zusammenspiel mit Final Cut Pro das AVCHD-Material zunächst in ProRes 422 wandeln. Das läuft zwar im Hintergrund, kostet aber dennoch Zeit und vor allem Rechenleistung. Bei Avids Media Composer kann man AVCHD ebenfalls nicht nativ bearbeiten. Bei der Sony-Software Vegas ist das hingegen möglich, und auch Adobe behauptet dies von seiner Premiere-Software. Edius wiederum bietet eine Beschleuniger/Konverter-Software für die Wandlung der Daten ins edius-eigene Format.

Für den reinen Datentransfer vom Camcorder auf den Rechner liefert Sony zusätzlich eine Übertragungs-Software aus, die dem XDCAM-Transfertool ähnelt. Mit der Software »Content Manager Utility« lassen sich die Daten des Camcorders sichten und auf Wunsch per USB auf den Rechner übertragen. Dabei werden die Aufzeichnungsdetails in einer Datenbank archiviert. Das ist recht komfortabel, es ist allerdings nicht möglich, die Daten zu loggen und nur bestimmte Passagen des Materials auch tatsächlich auf den Rechner zu übertragen.

Fazit

Sonys NX5 hat das Zeug dazu, viele HDV-Anwender für die Aufzeichnung mit einem Bandlos-Camcorder zu gewinnen: Der NX5 lässt sich bedienen wie ein HDV-Camcorder, bietet aber in vielen Aspekten eine bessere Bildqualität als HDV und unterstützt nun auch die günstigen und weit verbreiteten SD-Karten. Einziger Wermutstropfen: Die Nachbearbeitung von AVCHD-Material muss noch schneller und einfacher werden.

Zu einer Alternative könnte sich der NX5 auch für jene Kameraleute entwickeln, die mit einem EX1R liebäugeln, aber nicht so viel Geld für den Camcorder ausgeben können oder wollen.

Zusatz-Infos

• Hier geht’s zum Videoreport in dem der NX5 von Sony-Produktmanager Sebastian Leske vorgestellt wird.

• Testclips, die mit dem NX5 in unterschiedlichen Auflösungen aufgezeichnet wurden, stehen am Ende des Textes zum Download bereit (darunter auch eine Slomo-Aufzeichnung). Sie können die Clips beispielsweise mit der Software VLC Player ansehen. Die Files wurden mit der Sony-Browser-Software nativ importiert — es fand also keine Umkodierung statt. Hinweis: Auf den Speicherkarten werden nicht nur die M2TS-Files aufgezeichnet, sondern auch zusätzlich eine Dateistruktur mit diversen Unterordnern.

Quelle:

http://www.film-tv-video.de

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8. Februar 2010 - Posted by | Uncategorized

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