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Final Cut Studio 3: Verbesserungen im Detail …

Die jüngste Version von Final Cut Studio 3 (FCS 3) ließ lange auf sich warten. Eigentlich Zeit genug für aufregende Innovationen oder gar – wie von vielen Benutzern sehnlichst erwartet — die Umsetzung eines aufgebohrten Compositing-Tools in Form eines weiter professionalisierten Motion mit Shake-Unterbau. Wer einen solchen echten Knaller bei den Neuerungen der aktuellen FCS-Version sucht, wird eher enttäuscht auf die Liste neuer Features blicken. Es gibt aber viele kleine Verbesserungen in Final Cut Pro (FCP), Motion, Soundtrack Pro, DVD Studio Pro und Color, die den Arbeitsalltag in der Postproduktion erleichtern können. film-tv-video.de hat sich die neuen Features genauer angesehen.

Apple hat bei Final Cut Studio mit einem selbst verschuldeten Problem zu kämpfen: Das Studio-Paket umfasst fünf Hauptprogramme, deren separate Weiterentwicklung enorme Ressourcen erfordert. In der Summe ist demnach die Zahl der neuen Features in FCS3 beträchtlich, aber im Schnittprogramm Final Cut Pro 7 (FCP7) — der zentralen Applikation des Multimedia-Pakets Final Cut Studio — gibt es beispielsweise nur wenig entscheidend Neues. Und auch beim DVD-Authoring-Tool DVD Studio Pro ärgert sich die FCS-Gemeinde über die immer noch fehlende Blu-ray-Unterstützung. Dennoch sind über alle Programme des Studio-Paketes betrachtet, zahlreiche neue Features vorhanden, die einen genaueren Blick wert sind.

Die Studio-Highlights

Zuerst zum Kern des Studio-Pakets, dem Schnittprogramm FCP7. Animierte Geschwindigkeitsveränderungen, sogenannte Rampen, sind in Film und Werbung sehr beliebt. Entsprechend versuchte Apple schon vor einiger Zeit eine solche Funktion in den Viewer zu integrieren. Doch die Umsetzung war bisher eher mangelhaft, denn in der Praxis war die Geschwindigkeitskurve im Viewer kaum zu handhaben. Jetzt rudert Apple mit einem einfacheren Konzept wwieder zurück und hat damit letztlich einen guten Mittelweg gefunden. Das neue Rampen-Werkzeug kombiniert die Timeline mit einem Einstellungsfenster für die einfache Umsetzung einer Rampe. Zunächst legt man in der Keyframe-Ansicht der Timeline die Keyframes fest, an denen sich die Geschwindigkeit des Clips verändern soll. Dann ruft man das Geschwindigkeitsmenü über den Befehl »Geschwindigkeitssegment ändern« auf, legt die Geschwindigkeit ab diesem Keyframe fest und wählt eines der Animations-Presets, um den Übergang fließend zu animieren. Diese Bedienung ist zwar nicht ganz so präzise und exakt wie in After Effects, führt aber sehr schnell zum gewünschten Ergebnis. Zudem ist es mit dieser Lösung wesentlich einfacher, das Bild einzufrieren und dann wieder weiterlaufen zu lassen. Weiter kann man mit dem Deaktivieren der »Zusammenführen«-Option im Geschwindigkeitsmenü das lästige Verschieben der nachfolgenden Clips beim Ändern der Geschwindigkeit vermeiden. Fast bemerkt man es nicht, aber das »Variable Geschwindigkeit«- Werkzeug heißt jetzt nur noch »Geschwindigkeitswerkzeug«. Neu dabei ist, dass man mit der Maus die Schnittstellen zwischen zwei Clips bewegen und so die Geschwindigkeit beider Clips verändern kann. Das Werkzeug funktioniert auch bei Audiodateien, nur leider verändert es dann auch die Tonhöhe.

Das erhoffte Backround-Rendering, wie es etwa für Plug-Ins wie die Bildstabilisierung Smoothcam sehr wünschenswert wäre, gibt es leider immer noch nicht. Einen kleinen Schritt in diese Richtung hat Apple aber gemacht. Der Compressor kodiert eine Datei aus einer Final-Cut-Timeline im Hintergrund. Das heißt, man kann weiter arbeiten, während man eine Sequenz in unterschiedliche Videoformate via Compressor exportiert. Allerdings ist das Arbeiten dann nicht völlig uneingeschränkt möglich und es hängt von der Leistung der verwendeten Hardware ab, was geht. Auf dem Testsystem, einem MacBook Pro mit Dual-Intel-Prozessor (2,4 GHz) und 256-MB-Grafikkarte, setzte beim Abspielen einer DVCPROHD-Sequenz mit ungerenderten Titeln in unbegrenzter Echtzeit die Bildwiedergabe des öfteren aus und es war nur noch Ton zu hören, sobald Compressor im Hintergrund kodierte. Mit Sequenzen ohne Renderbedarf konnte man aber weiterarbeiten, normal und ohne Aussetzer.

Auch wenn Compressor gerade eine aktuelle Sequenz kodiert, können weitere Sequenzen aus dem FCP-Browser an Compressor geschickt werden. Dazu hat Apple ein neues Dialogfenster integriert, um mehrere Dateien aus dem Browser hintereinander kodieren zu können. Verwirrenderweise heißt der Befehl in der deutschen Übersetzung »Senden«, nicht zu verwechseln mit dem weiterhin vorhandenen »Senden an«. Hier wäre man doch besser beim englischen »Share« geblieben. In diesem Dialog kann man entweder auf vereinfachte Vorlagen zurückgreifen, deren Parameter sich aber nicht verändern lassen, oder man lädt eine Vorlage aus Compressor, die dort angepasst werden kann. Im Senden-Fenster steht außerdem noch zur Auswahl, ob man den Quicktime-Export oder Compressor verwenden will. Beide Optionen können dabei ihren Dienst im Hintergrund verrichten. Wirklich praktisch ist, dass man jede Quicktime-Datei einfach in das Presets-Fenster von Compressor ziehen kann und dieser dann automatisch eine Vorlage mit den Eigenschaften der Quelldatei anlegt. Versucht man das jedoch mit AVI- oder Flash-Dateien, verabschiedet sich Compressor und das Programm wird unsanft beendet.

Neuerungen in Motion 4

Motion 4 enthält die interessantesten neuen Features des Bundles, die man sich aber teilweise eher in FCP gewünscht hätte, so das komfortablere Erstellen von Lauftiteln. Wer sich der Anwendung von Motion bisher hartnäckig verweigert hat, wird mit der Feature-Liste der neuen Version vielleicht die nötige Motivation finden, um sich doch mit diesem Compositing-Programm näher auseinander zu setzen. Mit den neuen Möglichkeiten zum Bearbeiten von Schriftanimationen und den 3D-Eigenschaften schließt Motion weiter zu After Effects auf. Bei grafischen Arbeiten und Schriftanimationen ist Motion mittlerweile für alle Aufgaben gut gerüstet — außer natürlich man will Scripting nutzen, denn das ist auch in Motion 4 immer noch nicht möglich. Verbesserte Integration des Schatten-Effektes und die Möglichkeit, den Interaktionsgrad verschiedener Ebenen bezüglich Licht und Schattenwurf zu beeinflussen, stehen auf der Positivliste des neuen Motion 4. So können die Ebenen- und Objektattribute, Schatten zu werfen und zu empfangen, auch abgestellt werden. Wie in Motion üblich, ist die Bedienung übersichtlich gelöst und oft einfacher als etwa in After Effects. Vor allem Benutzer, die in Compositing-Aufgaben ungeübt sind, werden sich hier schneller zurecht finden.

Der Reflexions-Effekt In Motion 4 kann nun jeder Ebene zugewiesen und diese somit in eine Reflexionsebene verwandelt werden. Verlauf und Stärke des Effekts werden mit Schiebereglern eingestellt.

Das dritte wichtige Feature, das Motion zu einem echten After-Effects-Ersatz für grafische Spielereien machen könnte: Die Schärfentiefe im 3D-Raum kann nun relativ einfach anhand der Kamera eingestellt werden. Zuvor musste man diesen Effekt umständlich über Ebeneneffekte generieren. Jetzt kann man die Schärfe ziehen oder auch bei einer Kamerafahrt an ein Objekt koppeln. Wie immer in Motion, wird die Schärfenebene über ein Verhalten gesteuert. Ein neues Verhalten Namens »Gerüst« hilft beim Ausrichten der Kamera. Damit lässt sich die Ausrichtung an ein Objekt binden, egal wie sich die Kamera bewegt. Wer will, kann mit dem Zufallsmodus noch einen händischen Look in die Bewegung einbauen. So lassen sich mittels mehrerer dieser Verhalten ganz schnell komplexe Kamerafahrten animieren, bei denen das Zielobjekt immer anvisiert bleibt.

Durch das Verhalten »Verknüpfung« kann die Bewegung eines Parameters jetzt direkt von einem anderen Parameter abhängig gemacht werden, was viel manuelle Animationsarbeit erspart.

Um einen längeren Lauftitel in FCP zu realisieren, müssen meistens mehrere Ebenen eingesetzt werden – spätestens dann, wenn man mehrere Schriftarten einsetzen will. Eine verbesserte Option für einen etwas aufwändigere gestalteten, komplexeren Abspann wurde nun in Motion 4 ausgelagert. Die Handhabung haben die Entwiclkler dabei gut gelöst. So bleiben Formatierungen bei einer importierten Textdatei im rtf-Format erhalten. Wenn man die Scroll-Option auswählt, kann der ganze Text in einem zweiten Fenster überblickt werden. Für die Animation ist wiederum ein Verhalten verantwortlich. Die »Flimmern reduzieren«-Option ist zwar ganz angenehm, doch je nach Geschwindigkeit gibt es immer noch sichtbares Shuttern bei der voreingestellten Bewegungsunschärfe des Projektes. Da der Text nicht sinnvoll mit dem Filter »Bewegungsunschärfe« zusammenarbeitet, fehlt leider noch eine integrierte Option zur gezielten Bewegungsunschärfe für den Text.

Bei der Textanimation hat Motion noch mit zwei weiteren Features gegenüber After Effects Boden gut gemacht. Jeder Buchstabe kann jetzt wie ein grafisches Objekt beliebig im 3D-Raum animiert werden. Dazu wurde noch das Verhalten »Sequenz-Text« überarbeitet, so dass es nun einfacher ist, den Text nach Buchstaben, Wörtern oder zeilenweise zu animieren. Insgesamt bietet Motion jetzt 149 teilweise überarbeitete und neue Text-Verhalten. Hier hat man entscheidend zu den After Effects Presets aufgeschlossen, wenn die Nomenklatur in Motion auch oft irreführend ist. Hier bleibt es dem Benutzer nicht erspart, sich einfach mal durch die verschiedenen Texteffekte zu klicken und sie auszuprobieren.

Soundtrack Pro

Die wichtigsten Features für eine »amtliche« Audionachbearbeitung findet man schon lange in Soundtrack Pro. Nun ist eine interessante Funktion hinzugekommen, um die Lautstärke unterschiedlicher Clips anpassen zu können. Mit einem neuen Werkzeug lassen sich Pegelangaben aus einem Bereich kopieren und mit einem Klick auf andere übertragen. Dabei erkennt Soundtrack bei der Stimmoption automatisch, wann es sich um einen Dialog handelt und welcher Pegel dementsprechend ausschlaggebend ist. Es kann aber ebenso mit der EQ-Einstellung das Frequenzspektrum kopiert und übertragen werden, oder man kann alle Prozesseffekte eines Clips mit einem Klick auf einen anderen kopieren.

Bei Versuchen mit Interview-Clips auf dem Testsystem klappte dies sehr gut und es ließen sich rasch und einfach ordentliche Ergebnisse erzielen.

Durch einen Klick mit dem Extrahieren-Werkzeug lässt sich die Referenz in eine Zwischenablage kopieren und dann mit dem Übernehmen-Werkzeug auf andere Sequenzen übertragen. Allerdings gilt das nur für ganze Clips. Mit einer Auswahl innerhalb eines Clips funktioniert das nicht, also muss man den Clip vorher auftrennen.

Der Normalisieren-Befehl hat ebenfalls eine kleine, aber bedeutende Veränderung erfahren. Beim Normalisieren hat man nun die Wahl, ob man nach dem Spitzenwert oder dem Durchschnittspegel normalisieren will. Der entscheidende Unterschied ist, dass sich hohe dynamische Schwankungen nicht so auswirken, dass der Pegel auch nach dem normalieiren stellenweise noch zu leise ist, wenn einzelne hohe Peaks im Audiosignal vorhanden sind. Stattdessen wird mit einem Klick der RMS-Option der Ton meist schon richtig gepegelt, ohne dass er übersteuert und ohne dass man einen Kompressor einsetzen muss.

Wer bisher Kanäle in Soundtrack Pro einzeln bearbeiten oder trennen wollte, der hatte es schwer. Mit dem neuen Dateieditor ist es nun endlich möglich, die Kanäle einzeln neu anzuordnen, per Drag&Drop zu bearbeiten oder ganz zu löschen. Die Spektralansicht bietet jetzt die Möglichkeit nicht nur einzelne Bereich auszuschneiden, sondern Spektren in der Lautstärke zu verändern. Wenn man bestimmte Spektralbereiche in der Lautstärke herabsetzt, anstatt sie ganz zu entfernen, treten weniger hörbare Artefakte auf. Ein Freihand-Werkzeug für die Auswahl wie in Adobe Soundbooth gibt es aber leider immer noch nicht.

Color

Für Color bringt die neue FCS-Version nur wenige neue Features. Ein wichtige Neuerung ist aber umso bemerkenswerter: die Integration mit Final Cut Pro hat sich verbessert. Neben den Clips werden jetzt auch Dateien mit Geschwindigkeitsänderungen, Standbilder und Multicam-Clips übernommen. Bei stark verlangsamten Videosequenzen stoppte die Wiedergabe auf dem Testsystem allerdings einfach und der Effekt wurde beim Rendern in Color noch nicht übernommen. Man konnte dennoch durch die Datei scrubben.

Filter werden bei der Übergabe von FCP an Color weiterhin ignoriert, jedoch mit einer erfreulichen Ausnahme: Die Einstellungen in der 3-Wege-Farbkorrektur werden in den Primary-In-Raum konvertiert. Allerdings arbeitet Color im RGB-Farbraum und so sind es nur Näherungswerte, die aber immerhin einen guten Ausgangspunkt für weitere Korrekturen in Color liefern. Generatoren und Motion-Projekte aus der FCP-Timeline werden in Color nicht übernommen.

Es sind also weiterhin vor der Übergabe etliche Vorbereitungen nötig: So müssen sich alle Standbilder in Videospur 1 befinden.

Copy&Paste ist jetzt endlich auch im FX- Raum möglich. Dazu gibt es nun den Shift&Z-Befehl um die ganze Timeline zu sehen. Um dem Einsteiger das Arbeiten im ColorFX-Raum zu erleichtern, bietet Apple 90 neue vorgefertigte Looks an, die man von der Apple-Webseite laden kann. (http://www.apple.com/downloads/macosx/apple/application_updates/colorlooks.html)

DPX-Dateien können nun direkt in Color importiert werden, ferner werden 4K-Formate unterstützt, was vor allem Nutzer der Red One freuen dürfte. Beim Import eines Offline-Schnitts aus Final Cu Pro können die Dateien beim Import nun direkt mit den hochauflösenden Dateien verbunden werden.

Neue Codecs

Im Codec-Bereich ist die native Implementierung von Aufzeichnungsformaten wie AVC-Intra sicherlich die wichtigste Neuerung. Nativer Import und native Bearbeitung von AVCHD sind mit FCS aber leider immer noch nicht möglich. Apple hat aber die Palette der ProRes-Codecs um drei weitere Varianten ergänzt und bietet mit der LT-Version für den Broadcast-Bereich sowie mit ProRes 444 für die Filmproduktion passende Codecs an. Das ebenfalls neue ProRes Proxy arbeitet mit einer Datenrate von rund 45 MBps und ist für den Offline-Schnitt vorgesehen. Dennoch kann sich die Qualität sehen lassen. Man könnte diese Qualitätsstufe auch als Bearbeitungsformat für AVCHD nutzen. Der Test zeigte, dass diese Qualitätsstufe für diese Art von Material vollkommen ausreicht und man gegenüber der bisher verfügbaren Speicherung in ProRes 422 eben nur noch ein Drittel des Speicherplatzes benötigt. ProRes 444 ist als digitales Mastermaterial und Ersatz für das Arbeiten mit unkomprimiertem Material gedacht, denn mit 330 MBps spart man gegenüber unkomprimiertem 12-Bit-Videomaterial mit 2.200 MBps enorm viel Speicherplatz, ohne dass ein erneutes Farbsampling nötig wäre. Alle neuen Codecs stehen natürlich auch in Motion zu Verfügung.

Weitere Detailverbesserungen

Warum es so lange gedauert hat, das umzusetzen, wird wohl niemand verstehen, aber endlich hat Apple ein großes Timecode-Fenster als Schwebepalette integriert.

Außerdem ist Final Cut Pro etwas bunter geworden. So werden Register jetzt wie Clips farbig gekennzeichnet und Marker sind nicht mehr nur Rot, denn im Marker-Fenster lässt sich nun eine Farbe festlegen. Allerdings kann man mit der Tastatur keine farbigen Marker setzen, sondern muss die Farbe immer nachträglich ändern. Für die Navigation ist es dabei hilfreich, dass Ctrl-Klick auf einen Marker ein Aufklappmenü öffnet, das alle Marker anzeigt. Bei Auswahl eines Markers springt die Abspielposition sofort an die entsprechende Stelle.

Das Handling der Marker in der Timeline wurde ebenfalls verändert. Wenn man einen Marker auf der Timeline setzt und davor eine Lücke schließt oder einen neuen Clip einsetzt, wandert der Marker mit der relativen Position zu den Clips mit. Welchen Sinn das ergeben soll ist allerdings schleierhaft, denn dafür gibt es ja schon die Marker, die man absolut auf einen Clip legen kann. Wenn man sich hingegen Marker setzt, um gewisse Grenzen an Zeitpunkte zu knüpfen, so ist das jetzt nur noch möglich, wenn man dafür ein Slug verwendet. Zu der Farbgebung der Marker können nun auch Sequenzen und deren Register farbig markiert werden. Wer Sequenzen gerne verschachtelt, wird sich freuen, dass man mit dem Befehl »Andere Tabs schließen« genau dies in der Timeline tun kann.

Eine weitere kleine Neuerung ist, dass ein Übergang, der auf einen Clip gelegt wird, automatisch an beiden Seiten des Clips angewendet wird. Dazu kommt noch, dass man einen Übergang nun auf mehrere markierte Schnittpunkte gleichzeitig legen kann. Das »Gap-Schließen«-Kommando in der Timeline verwendet jetzt die Abspielposition als Grenze, wenn sie innerhalb des Gaps liegt.

Zwar bietet Final Cut Pro 7 mit Line 21 und VANC zwei erweiterte Untertitelformate für den Import an, für die Ausgabe von Untertitel muss man aber immer noch auf die Software eines Drittanbieters zurückgreifen. Die Integration von iChat Theater ermöglicht es, ein Final Cut Pro Video über iChat abzuspielen. Der Kunde muss natürlich ebenfalls über iChat und den entsprechenden Account verfügen. Dabei kann auch der Timecode angezeigt werden.

Apple stellt 9 vorgefertigte Objekte als Videodateien zum Download (800 MB) bereit, die mit dem »Alpha Übergang« eingesetzt werden können.

Für die Bearbeitung eines ausgewählten Audio-Keyframes oder der beiden Keyframes neben der Abspielposition, stehen jetzt die Tasten für die Anpassung der Aussteuerung zur Verfügung, die man allerdings noch selbst festlegen muss.

Kaum ein Update ohne neue Filter, diesmal sind es die Filmstörungen mit 14 Parametern, inklusive Zufälligkeit der auftretenden Störungen. Dazu gibt es in Motion noch zwei interessante Generatoren für konzentrische Formen und Spiralen, die gerade für abstrakte Hintergründe eine gute Grundlage darstellen.

In Motion wurde zudem der Smooth-Cam-Filter verbessert, so dass nur noch der entsprechende Teil des Clips und nicht die ganze Datei analysiert wird. Warum die Modifikation dieses Filters allerdings in FCP noch nicht gelungen ist, bleibt zumindest aus Anwendersicht ein Rätsel.

Für Compressor bietet Apple ein Paket an verbesserten Droplets zum Download an. Wie bisher werden die Droplets wie kleine Programme gespeichert, bieten jetzt aber eine vereinfachte Oberfläche für das Encoding. Dabei können einzelne Parameter noch verändert werden und nun auch mehrere Dateien für das Batch-Encoding angelegt werden. Compressor ist damit zumindest in der Lage blu-ray-kompatible H.264-Dateien zu erstellen

Im »Informationen«-Fenster von Compressor gibt es ein zusätzliches Register, in dem sich Auftragseigenschaften festlegen lassen, die nach dem Kodieren ausgeführt werden — etwa das Brennen auf DVD oder das Veröffentlichen auf Youtube. Diese lassen sich als Vorlagen speichern. Da Blu-ray-Unterstützung in DVD Studio Pro immer noch fehlt, gibt es nur die Möglichkeit, Blu-ray Discs direkt aus Compressor zu brennen. Hier stehen fünf einfache Vorlagen zur Verfügung, die sich in beschränktem Maß verändern lassen. Für Vorschau-oder Freigabe-Zwecke ist das noch ausreichend, für den professionellen Einsatz im Markt ist es nicht zu gebrauchen.

Soundtrack Pro profitiert regelmäßig von Weiterentwicklungen in Logic. So gibt es neue Algorithmen für das »Zeitdehnen«, je nachdem, ob es sich um monophones oder polyphones Audiomaterial handelt. Allerdings stehen diese Optionen nur in einem Fenster mit numerischer Eingabemöglichkeit bereit und nicht als Drag&Drop-Funktion im Audiofenster: Man muss sich also vorher genau orientieren. Der Zoom in die Waveform bietet bei leisen Tönen eine bessere Übersicht. Allerdings muss man das im Hinterkopf behalten, sonst schätzt man die Lautstärke später falsch ein.

Besser spät als nie: Jetzt sind die JKL-Tasten bei Soundtrack Pro, wie in Final Cut, mit den Wiedergabebefehlen belegt. Laut Apple wurde auch die Rauschunterdrückung verbessert. Verschiedene Tests zu diesem Thema zeigten aber aus Sicht der Tester keine signifikant verbesserten Ergebnisse. Allerdings gibt es im Analyse-Fenster jetzt eine Option, um Brummen zu entfernen.

Fazit

Für sich betrachtet, macht Motion innerhalb von FCS 3 den größten Sprung nach vorne. Auch Soundtrack Pro hat entscheidende kleine Verbesserungen erhalten. Die Neuerungen in den anderen Programme sind für sich allein genommen eher unbefriedigend, wenn man die Zeit in Betracht zieht, die seit dem letzten Release vergangen ist. Offenbar setzt Apple seine Entwicklerkapazitäten derzeit an anderer Stelle ein.

Die Zusammenarbeit zwischen Final Cut Pro und Color hat sich zwar verbessert, ist aber immer noch lange nicht so weit fortgeschritten wie zwischen den übrigen Programmen. Dass DVD Studio Pro nicht weiterentwickelt wurde und immer noch keine Blu-ray Discs ausgeben kann, ist die größte Enttäuschung.

Motion ist mit der aktuellen Version endgültig ein Ernst zu nehmender Ersatz für After Effects, hat aber den Nachteil, dass gängige Methoden der Animation durch »Verhalten« gelöst werden, also von Apple vorgegeben sind. Mit Rücksicht auf die Spezialisierung von Cuttern ist es aber gut, dass Motion dadurch viel schneller zu erlernen ist.

Soundtrack Pro hat nicht viel Neues zu bieten, dafür aber Kleinigkeiten, die für den täglichen Gebrauch wirklich sinnvoll sind.

Besonders positiv für Studios ist die erweiterte Integration von Hardware in Motion, Soundtrack Pro und vor allem Color.

In der Summe ist das Paket also schon ein Update wert, wenn man die Bestandteile Motion, Color und Soundtrack Pro tatsächlich verwendet. Für puristische Cutter, die sich auf FCP und DVD Studio Pro beschränken, lohnt sich ein Update kaum. Andererseits dürften auch hier vielen schon die Möglichkeit des Exportierens im Hintergrund und das neue Timecode-Fenster die 299 Euro für das Update Wert sein.

Quelle:

http://www.film-tv-video.de

Posted via web from Superglide’s Personal Blog …

27. Januar 2010 - Posted by | Uncategorized

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