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iPhone vom T-Monopol …

Es gab eine Zeit, da standen Mobilfunkanbieter für Innovation. Ich erinnere mich noch an das Jahr 1996, als ich mein erstes wirklich tragbares Handy von E-Plus in Empfang nahm und in der Mensa mächtig damit angeben konnte. Es war anfangs eine Offenbarung, ständig erreichbar zu sein. Sogar in der Berliner U-Bahn funktionierte dieses Wunderding – und kurze Textbotschaften, die Jahre später als „SMS“ teurer Mainstream werden sollten, kosteten keinen Cent.

Weitere Wunder geschahen, als es erstmals möglich wurde, mit Modemgeschwindigkeit mobil ins Netz zu gehen. Das Handy mit einem langen Kabel oder über Infrarot an den kleinen 486er-Laptop angeschlossen, rief ich Jahre vor der Jahrtausendwende erstmals im Flughafenbus von unterwegs aus E-Mails ab. Die Menschen um mich herum haben wahrscheinlich geglaubt, ich sei Elektroinstallateur. Etwas später kamen UMTS und Dinge wie die Videotelefonie (die sich bis heute nicht durchgesetzt hat) und einigermaßen schnelles Surfen mit 384 Kilobit. Und dank HSPA kann man inzwischen mit bis zu 7,2 Megabit Dateien herunterladen.

So viel Spannendes sich technisch auch getan haben mag (und mit LTE und anderen Ideen bald hoffentlich auch noch tut), auf Seiten der Geschäftsmodelle der Mobilfunker hat sich im Grunde wenig getan. In Deutschland gibt es nach wie vor nur vier große Netzbetreiber, denen die Infrastruktur gehört, Discounter verramschen die Überkapazitäten. Dennoch fühlt sich vieles nach Preisabsprache an. So gibt es keinen einzigen Mobilfunker in Deutschland, der Nutzern erlaubt, mehr als einige Gigabyte im Monat an Daten zu übertragen, ohne sich dafür halb tot zu zahlen.

Da gilt es schon als sehr zuvorkommend, wenn man für drei Euro am Tag ein schlappes Gigabyte downloaden darf, was ungefähr einem Drittel eines HD-Films bei iTunes entspricht. Statt regulatorisch ein echtes mobiles Internet zu ermöglichen, das dem Angebot des Festnetzes entspricht, kümmert sich die EU-Medienkommissarin derweil darum, die schlimmsten Preisexzesse zu beheben. Doch die sind meines Erachtens nach nur Finten: Netzbetreiber setzen ihre Mondpreise vermutlich deshalb so hoch an, damit sie im Regulierungsfall noch genügend Luft nach unten haben.

Mein aktuelles Hassobjekt in Sachen Mobilmonopol ist T-Mobile, in Deutschland exklusiver Vertreiber von Apples iPhone. Die Firma erlaubt weder Voice-over-IP in ihrem Netz, weil das die teuren Telefontarife tangieren könnte, noch darf man offiziell Instant Messaging betreiben (SMS-Killer!). Für 60 Euro im Monat erhält man dort aktuell ein schlappes Gigabyte an Datentransfer mit voller Geschwindigkeit, die man auch noch nur auf dem iPhone nutzen darf, nicht aber am Laptop. Das von Apple nach langem Bitten endlich eingeführte „Tethering“, also die direkte Rechnerverbindung, hat T-Mobile erstmal abgedreht.

Das von T-Mobile subventionierte iPhone funkt außerdem nicht in anderen Netzen, ein so genannter Netlock, dessen Erfinder wirklich in die Hölle gehören, sorgt dafür, dass man bis ans Vertragsende getreulich mit der Telekomtochter telefoniert, es sei denn, man geht unter die Hacker. Inzwischen erwäge ich, mir ein Netlock-freies iPhone in Italien zu besorgen. Dort kostet es dann zwar schätzungsweise 600 Euro (aktuelle Preise für das neue iPhone 3G S standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest), hat aber keine Beschränkungen, da die italienischen Behörden darauf achten, dass die Mobilfunkmonopole nicht völlig aus dem Ruder laufen. Warum geht das eigentlich nicht in Deutschland?

Quelle:

Ben Schwan

Posted via web from Superglide’s Personal Blog …

15. Juni 2009 - Posted by | Uncategorized

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