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Und dann machte es plötzlich „bing“ …

So viel Bewegung war schon lange nicht mehr im Geschäft mit der Internetsuche. Erst sorgte vor einigen Wochen die Wissensmaschine Wolfram Alpha für Schlagzeilen, dann konterte Google mit einem Dienst, der Informationen aus öffentlich zugänglichen Datenbanken herausdestilliert. Und nun präsentiert Microsoft „Bing“ – den Nachfolger seines Dienstes Live Search. Zwar sind die Ergebnisse der Betaversion von Bing noch immer nicht so umfangreich wie die von Googles Standardsuche. Aber neue Funktionen sollen es dem Nutzer leichter machen, sich für bestimmte Ergebnisse zu entscheiden.

„Bing ist zwar noch limitiert, aber für eine ganz annehmbare Menge von Anfragen besser“, urteilt Dan Weld, Informatiker und Suchmaschinenexperte an der Universität von Washington. „Ob es Microsoft einen größeren Marktanteil bringt, ist allerdings eine schwierige Frage.“

Bei den meisten Anfragen wirkt Bing wie eine kompetente, aber schwächere Version von Google. Für das Suchwort „Photovoltaik“ etwa spuckt es im großen und ganzen dieselben Links zur Wikipedia und zu Regierungsseiten aus wie Google, auch wenn Google zusätzlich noch ein Buch über das Thema als Treffer anbietet. Auch bei der Suche nach „Zürich Touren“ werden dieselben Websites aufgelistetet. Doch Google zeigt noch einen Stadtplan von Zürich, auf dem Anbieter von Ausflügen und Stadtführungen eingetragen sind. Bei vielen anderen Anfragen sind die Ergebnisse kaum zu unterscheiden (einen direkten Vergleich im Splitscreen bietet die Seite Blackdog.ie an).

Bing wartet jedoch mit einigen interessanten Tricks auf. Ins Auge springt vor allem, dass der Dienst dem Nutzer ein intelligenter – und zumeist unaufdringlicher – Vermittler zu Informationen rund ums Kaufen und Reisen sowie zu Gesundheit und lokalen Gegebenheiten sein will.

Wer bei Bing den Shopping-Kanal anklickt, erhält eine Liste mit Produkten und Verweisen zu Verbraucherempfehlungen, genau wie beim entsprechenden Google-Kanal. Bing bietet aber zusätzlich auf der linken Seite auch einen Einblick in den Inhalt der verlinkten Rezensionen etwa bei Epinion oder Amazon. Die werden mittels einer bei Microsoft Research entwickelten Software ausgewertet, die Informationen in natürlicher Sprache verarbeiten kann. Möchte ein Nutzer Meinungen zu einem Kameramodell hinsichtlich Preis-Leistungsverhältnis oder Geschwindigkeit vergleichen, kann er auf die passende Untermenge der zutage geförderten Produktrezensionen klicken.

„Meines Wissens bietet bislang niemand eine Zusammenstellung oder Vorauswahl auf diesem Niveau an“, sagt Stefan Weitz, einer der Direktoren von Bing. Ein weiteres Beispiel: Sucht jemand nach Flügen, öffnet Bing einen Kasten, in dem Prognosen über die Preisentwicklung der jeweiligen Tickets in den folgenden Wochen abgegeben werden. Dem liegt eine Technologie zugrunde, die Microsoft von mit der Übernahme der Firma Farecast erworben hat. Die Trendberechnung basiert auf eine Analyse der Flugroute, der Verfügbarkeit von Sitzplätzen, der Jahreszeit und Preisentwicklungen in der Vergangenheit.

Bei breit angelegten Suchen, etwa nach der Rockband „U2“ oder nach „Diabetes“, präsentiert Bing zusätzlich zur üblichen Linkliste eine Navigationsleiste auf der linken Seite. Damit lassen sich die Ergebnisse nach Kategorien sichten. Welche Kategorien auftauchen, hängt auch von früheren Suchanfragen ab, und jede einzelne verlinkt auf eine zweite nachgeschaltete Suche. Im Falle von „U2“ werden als Kategorien Bilder, Songs, Tickets, Fanartikel, Downloads, Interviews und Video aufgeführt. Bei „Diabetes“ lauten sie Artikel, Symptome, Diät, Komplikationen, Vorbeugung und Untersuchung.

Sucht man konkret nach Bildern von U2, bietet Bing in der Navigation auf der linken Seite nicht nur etwas mehr Kategorien als die Google-Bildsuche. Die Darstellung ist auch deutlich übersichtlicher als beim Konkurrenten (siehe Bilderstrecke). „Bei den Kernergebnissen stellen wir uns dem harten Wettbewerb. Als Differenzierungsmerkmal setzen wir dann darauf, die Ergebnisdarstellung effektiver zu gestalten und Entscheidungshilfen für die Nutzer anzubieten“, erläutert Weitz das grobe Konzept von Bing.

Natürlich ist Google nach wie vor das enorme Schwergewicht, das mit einem Anteil von 64 Prozent den US-Markt für Internetsuchen beherrscht. Laut ComScore, das die Reichweiten von digitalen Diensten untersucht, kommt der Zweitplatzierte Yahoo auf 21 Prozent, Microsoft schafft nur 8 Prozent. Google brüstet sich mit dem größten Webindex, den es allein im vergangenen Jahr um Milliarden neue Dokumente erweitert habe.

Einen konkreten Kommentar zu Bing wollte Google aber zunächst nicht abgeben. In einer verbreiteten Mitteilung hieß es nur, man heiße Konkurrenz willkommen, die die Auswahl für die Nutzer erhöht. Das sporne alle an, noch härter zu arbeiten, und davon würden am Ende die Nutzer profitieren. Suchmaschinenexperte Weld sieht sowohl für Google als auch für Bing noch viel Spielraum: „Die Internetsuche kann und wird noch viel, viel besser werden.“

Quelle:

David Talbot

Posted via web from Superglide’s Personal Blog …

4. Juni 2009 - Posted by | Uncategorized

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