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Wo Risikokapitalgeber in der Krise noch investieren …

Seit Beginn der Wirtschaftskrise steht es um die Finanzierung junger IT-Firmen deutlich schlechter als noch vor einem Jahr. Besonders schlimm traf es Amerika: Die dortigen Risikokapitalgeber, sonst um eine kontinuierliche Geldversorgung von Start-ups im Silicon Valley und anderen wichtigen US-High-Tech-Regionen bemüht, geben sich seit Monaten klamm. Doch es gibt auch erste Hoffnungsschimmer. Zwei aktuelle Börsengänge zeigen, dass es durchaus noch Geld für gute Ideen gibt.

Im vierten Quartal 2007 gab es noch 17 risikokapitalfinanzierte US-Firmen, die den Schritt an die Wall Street wagten. Das war seit dem Ende der Dot-Com-Blase 2000/2001 der größte entsprechende Anstieg an Börsengängen. Im letzten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 ging dagegen gar nichts mehr an den Märkten, in keiner der von den Mitgliedern der National Venture Capital Association finanzierten Industrien wurde der Schritt an NASDAQ oder NYSE gewagt. Auch das Geschäft mit Firmenaufkäufen und Fusionen von Unternehmen verlangsamte sich deutlich. Hinzu kam, dass die Anzahl der Risikokapitalfonds, die Anfang 2009 frisches Geld aufnahmen, auf das Niveau von 2003, einem Krisenjahr für die Branche, einbrach.

Das soll nun alles anders werden. Zwei Börsengänge sorgten für eine Aufhellung der trüben Stimmung in der US-Risikokapitalszene. SolarWinds, eine Firma aus Texas, die sich auf Netzwerkmanagement-Software spezialisiert hat, gelang der Gang an die New Yorker Börse am letzten Donnerstag. Einen Tag später folgte der Online-Restaurant-Reservierungsservice OpenTable aus San Francisco.

Risikokapitalgeber, die sich in der vergangenen Woche auf der Fachkonferenz „Venture Summit East“ in Boston trafen, sahen diese Entwicklung als positives Zeichen für die gesamte Branche – und gaben sich optimistisch, dass auch andere junge Technologiefirmen ein entsprechendes Potenzial hätten.

„SolarWinds ist ein Beweis dafür, dass der Sofware-as-a-Service-Sektor (SaaS) funktioniert“, meinte Sunil Dhaliwal, General Partner bei Battery Ventures. Statt physische Programme zu verkaufen, vertreibt das Unternehmen Produkte, die über das Internet angeboten und gepflegt werden. Noch immer gibt es Marktbeobachter, die hinterfragen, ob sich dieses Geschäftsmodell wirklich lohnt, insbesondere weil es noch so viele alteingesessene Konkurrenten mit traditionellem Vertrieb gibt. Laut Dhaliwal lautet die Antwort „uneingeschränkt ja“.

Der Enthusiasmus für Web-Firmen hat sich seit den Hochzeiten des Web 2.0 jedoch stark verändert. Der Grund liegt nicht nur in der aktuellen Wirtschaftskrise, sondern auch darin, dass die Investitionskosten fallen. Dank Cloud Computing kann ein Start-up billig Server im Internet anmieten, um seine Dienste anzubieten. Da braucht es einfach auch weniger Startkapital von Risikokapitalgebern und anderen Außenstehenden.

Jeff Fagnan, Partner bei Atlas Venture, hatte dazu auf der „Venture Summit East“ eine glasklare Meinung: „Ich denke, dass die meisten Web-Start-ups kein Risikokapital aufnehmen sollten“, sagte er auf einem Panel. Dazu gehörten insbesondere Unternehmen, die leichtgewichtige Internet-Anwendungen oder Software für Mobilgeräte wie das iPhone entwickelten. In einigen Fällen könne Risikokapital sogar dazu führen, dass eine junge Firma Schaden davon trägt: Der Druck von außen und die Ansprüche der Investoren seien dann zu groß.

Der Siegeszug des Cloud Computing hat aber auch noch andere Auswirkungen. So mögen viele Risikokapitalgeber inzwischen kein Geld mehr in Firmen stecken, die planen, selbst eine große eigene Infrastruktur aufzubauen, anstatt sie billig zu mieten. Michael Skok, General Partner bei North Bridge Venture Partners, meint, er würde heute keine Firma mehr anfassen, die plane, mit Cloud Computing-Riesen wie Amazon oder Google zu konkurrieren. „Das ist für ein Start-up einfach unmöglich.“

Was junge Technologiefirmen aber tun können, so der Finanzier, sei das Ausfüllen einer wichtigen Rolle auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung. „Da herrscht in der ganzen Industrie Bedarf.“ Für jeden Dollar, der bei der Speicherung von Daten aufgewendet wird, müssten Konzerne typischerweise zwischen 11 und 15 Dollar für Dinge wie Datensicherung und Datenmanagement aufwenden. Ein Start-up, das neue Techniken entwickle, die diese permanente Ineffizienz von IT-Infrastrukturen beheben, sei etwas, das er noch suche: „Software ist noch lange nicht tot.“ Start-ups benötigten allerdings eine derart gelungene Geschäftsidee, dass sie auch in mageren Zeiten auf sich gestellt überleben könnten. Sich einfach darauf zu verlassen, bald von einem Konzern geschluckt zu werden, sei heutzutage unangemessen.

Larry Cheng, Partner bei Fidelity Ventures, interessiert sich ebenso wie Skok für Systeme zur Optimierung bestehender IT-Infrastrukturen. Die Virtualisierung, bei der es möglich ist, mehrere virtuelle Computer auf ein und derselben physischen Maschine laufen zu lassen, sei ein solcher wichtiger Trend. Aktuell seien Teile der dahinter liegenden Technik aber bereits veraltet. „Die ganze Infrastruktur, die die Virtualisierung unterstützt, muss sich ändern.“ Weitere Chancen für junge iT-Firmen sieht er auch im Sicherheitsbereich.

Die Stimmung unter Software-Entwicklern und Internet-Investoren scheint auch von den Erfahrungen der ersten Web-Blase geprägt zu sein. Cheng ist jedoch optimistisch, was die aktuelle Marktlage anbelangt. Der Hype sei gewichen. Im Bereich der grünen Technologie sieht er hingegen ein Maß an Spekulation, das an alte Dot-Com-Zeiten erinnere – Ausgang ungewiss. „Firmen werden weiter Milliarden in die IT stecken, gleichzeitig aber immer nach Wegen suchen, Kosten zu sparen. Der Sektor ist sehr stabil.“

Quelle:

Erica Naone

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29. Mai 2009 - Posted by | Uncategorized

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