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BIOS-Hersteller Phoenix Technologies will den PC erobern …

Normalerweise interessiert sich kein PC-Benutzer für jene Software, die dafür sorgt, dass sich ein Betriebssystem überhaupt erst starten lässt. Das „Basic Input-Output System“, kürz BIOS, spielt jedoch eine wichtige Rolle: Es prüft die Hardware und bereitet sie auf ihre Nutzung vor. Doch kaum jemand weiß, dass die Technik überhaupt existiert, alle kennen nur Windows, Linux oder Mac OS X, die den Hauptauftritt auf dem Rechner haben.

Das kalifornische Unternehmen Phoenix Technologies, seines Zeichens größter BIOS-Hersteller für die Computerindustrie, will nicht länger unsichtbar bleiben. Die Firma hat ihre Software auf Basis einer Virtualisierungstechnik, die man bislang vor allem von High-End-Workstations und Rechenzentren kannte, zu einem vollständigen Betriebssystem umgerüstet. Es erlaubt unter anderem den Zugriff auf Peripherie, Festplatten, Maus und Netzwerkinfrastruktur, wie man es bislang nur von Windows & Co. kannte.

Die Technik namens HyperSpace steckt seit dem Frühjahr in ersten Hauptplatinen. Im Juni soll nun ein wichtiges Update folgen, das unter anderem E-Mail-Fähigkeiten und Instant Messaging enthält. Ziel der Software sei stets, Kernaufgaben des PCs schneller bereitzustellen, als dies mit aktuellen Betriebssystemen möglich ist, wie Firmenchef Woody Hobbs sagt. „Der Standard, auf den wir schauen, sind Smartphones. Die sind auch ständig angeschaltet, man muss sie nur sehr selten in einen Bootvorgang schicken und sie stehen sofort zum Arbeiten bereit.“

Bei HyperSpace spricht Phoenix auch nicht mehr von einem BIOS, sondern von der „Core System Software“. Sie baut auf zwei Komponenten: das Open-Source-Betriebssystem Linux und die bereits erwähnte Virtualisierung. Letztere Technik kennen Endnutzer beispielsweise aus Mac OS X: Dort kann man mit Produkten wie VMware oder Parallels neben dem regulären Betriebssystem ein Windows oder ein Linux in einem eigenen Fenster laufen lassen. Neben diesem Plus an Interoperabilität hat ein solches System aber auch noch andere Vorteile, die Entwickler jetzt nutzen: Durch die Schaffung einer virtuellen Software-Schicht, die sich Hypervisor nennt und die zwischen der Hardware des Rechners und dem Betriebssystem liegt, lassen sich Daten transparent auf Viren und andere schädliche Programme untersuchen, bevor sie Probleme verursachen. In der Geschäftswelt kann ein einziger großer Server oder ein Cluster aus Rechnern virtuelle Systeme anbieten, die unter den Klienten beliebig verteilt werden.

Im Endkundenmarkt ist die Technik jedoch nur wenig verbreitet. Nicht jeder PC oder Laptop, der mit der Phoenix-Core System Software ausgeliefert wird, soll außerdem auch HyperSpace enthalten. „Die Firma wendet sich an ein anderes Publikum“, meint PC-Technik-Analyst Rob Enderle, „es geht darum, einen neuen Markt zu schaffen“. Die Idee dabei sei eine schnell bootende, sichere Plattform, mit der die Nutzer arbeiten, dabei aber aus Windows heraus bleiben könnten.

Das Hauptverkaufsargument für ein derart reduziertes Betriebssystem ist Geschwindigkeit. Weil die Technik nicht viele Treiber, Hilfs- und Zusatzprogramme mit sich herumschleppen muss, belastet sie Prozessor und Speicher viel weniger als Windows, erklärt Hobbs. Mit der Zeit sammle sich auf PCs viel Müll an. „Das System wird wegen der Registry-Datenbank zu langsam, weil Treiber veraltet sind oder weil Virenchecks im Hintergrund laufen müssen.“ Er kenne viele Menschen, deren neuer PC anfangs schön schnell sei. „Ich sage denen dann immer nur eines: Warte ab.“

Phoenix bietet derzeit zwei Varianten von HyperSpace an. Die Vollversion erlaubt es PCs und Laptops, direkt zwischen dem Hauptbetriebssystem wie Windows und HyperSpace umzuschalten. Bei Rechnern, die nicht genügend Prozessorleistung und Speicher haben, beides gleichzeitig laufen zu lassen, wie etwa bei den zunehmend populären Netbooks, wird jeweils nur ein Modus angeboten, den man beim Systemstart auswählt.

Die Software kann aber auch noch auf zwei weitere Arten verwendet werden: Mit einer Umschaltfunktion, die etwas langsamer läuft, aber dennoch ohne Bootvorgang auskommt, sowie in einem Sicherheitsmodus. Bei diesem prüft eine zwischengeschaltete Security-Lösung Ein- und Ausgaben von Netzwerk und Festplatte auf mögliche Gefahren. „In diesem Fall merkt man noch nicht einmal, dass man HyperSpace verwendet“, sagt Hobbs.

Phoenix habe viel Zeit investiert, damit diese Technologie wie gewünscht funktioniert, betont der Firmenchef. Am wichtigsten sei, was der Nutzer sehe. „Wenn man die Nutzererfahrung nicht richtig hinbekommt, spielt es keine Rolle, ob man die coolste Technologie der Welt geschaffen hat.“ Niemand interessiere sich für „Instant-on-Müll“.

Nach dem Update für HyperSpace im Juni will sich Phoenix deshalb auf die Schaffung einer besseren Entwicklerplattform konzentrieren, um mehr Programmierer anzuziehen. Zu den Plänen gehört die Eröffnung eines Online-Ladens für Software, wie man ihn von Apples iPhone bereits kennt.

Trotz dieser ambitionierten Pläne dürfte es allerdings schwierig werden, genügend Kunden davon zu überzeugen, auf die neue Plattform zu wechseln, glaubt Analyst Enderle. Für Netbooks sei sie zwar eines Tages sogar als Standardvariante geeignet. „Als Stand-alone-Betriebssystem muss sie aber noch etwas erwachsener werden, damit viele Nutzer zugreifen.“

Quelle:

Robert Lemos

Posted via web from Superglide’s Personal Blog …

18. Mai 2009 - Posted by | Uncategorized

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