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Google Earth, historische Stadtpläne weisen auf Armenviertel hin: Landkarten sorgen in Japan für Empörung …

Google droht Ärger mit dem japanischen Justizminsterium. Grund: Der Online-Globus „Google Earth“ zeigt historische Landkarten Japans, auf denen die Stadtviertel der niederen Kasten zu sehen sind. Das Unternehmen muss sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, es verbreite Vorurteile.

Japan in Google Earth

Das Kartenmaterial über Japan in Google Earth sorgt für Ärger.

Als in Google Earth im vergangenen Jahr auch die historischen japanischen Karten aufgenommen wurden, dachte sich niemand bei dem Suchmaschinenkonzern etwas Böses dabei. Die detailreichen Karten gibt es schon seit Jahrhunderten, sie waren auch schon auf einer anderen Internetseite zu sehen. Aber Google täuschte sich, wie das neue Angebot in Japan aufgenommen würde.

Kastenwesen in Japan immer noch präsent

Die Karten reichen zurück bis in die japanische Feudalzeit, als ein striktes Kastensystem galt. Am unteren Ende war eine Kaste, die Burakumin genannt wurde. Dazu gehörten Menschen, deren Arbeit in irgendeiner Form etwas mit dem Tod zu tun hatte, ob es das Schlachten, Gerben oder Ausheben von Gräbern war. Das Kastenwesen gibt es schon lange nicht mehr und die Wohngebiet der Burakumin sind inzwischen von den Großstädten aufgesogen worden. Schätzungen zufolge gibt es heute noch rund drei Millionen Nachkommen der Burakumin unter den 127 Millionen Japanern. Aber sie haben weiter mit Vorurteilen zu kämpfen. Eine Mitarbeiterin in einer Personalabteilung einer großen japanischen Firma bestätigte, dass bei einem Verdacht vor einer Einstellung geprüft werde, ob es sich um einen Buraku handele.

Maßnahmen von Google ungenügend

Wo früher die Wohngebiet der Buraku lagen, ist heute weitgehend unbekannt. In den Google-Earth-Karten wurden einige der Gebiete nun aufgezeigt. Eine Erklärung oder einen Beitrag zum geschichtlichen Hintergrund, wie dies in Japan üblich ist, gab es nicht – und genau das ärgert die Führer der Buraku. Auf Nachfrage erklärte Google nur, man achte die Rechte aller Menschen und wolle sie nicht verletzten. Der Fall wurde Mitte März schließlich auch Justizminister Eisuke Mori vorgetragen. Zwei Wochen später waren die historischen Karten dann plötzlich verändert, Hinweise auf die Burakumin verschwunden. Eine Erklärung gab es nicht. Das aber sehe jetzt so aus, als ob diese Menschen gar nicht existierten, hieß es umgehend. „Das sind Menschen, für die dies die Heimat ist, die dort immer noch leben“, sagt Takashi Uchino von der Buraku-Befreiungsliga in Tokio. Diese fordert eine Stellungnahme von Google und will wissen, wie das Unternehmen dazu steht, dass sein Angebot für Diskriminierungen genutzt werden kann. (AP/rs)

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12. Mai 2009 - Posted by | Uncategorized

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