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Alles sehen, alles speichern … die Datensammelwut im Web …

Neulich fragte mich ein Freund, ob ich Angst vor Google hätte. Ihm sei das Unternehmen nach wie vor sehr sympathisch und er glaube, eine mögliche Soziopathie des wie wild datensammelnden Konzerns aus dessen Außendarstellung ausschließen zu können – unter anderem verwies er auf das Motto des Unternehmens: „Don’t be evil“.

Meine Antwort lautete nach einigem Nachdenken: Ja, mag sein, aber mir macht es trotzdem manchmal Sorgen, welche Macht sich inzwischen bei einem einzelnen Internet-Unternehmen konzentriert. Das Problem ist nicht, ob Google eine „gute“ Firma ist oder eine „böse“. Das Problem sind die gespeicherten Datenmengen.

Und was heißt „gut“ und „böse“ in diesem Kontext überhaupt? Zählen solche Kategorien für einen 20.000 Mitarbeiter umfassenden Konzern noch? Google ist ein prima Beispiel für die zwei Seiten der Wirklichkeit, die subjektive und die objektive: Auch wenn die zentrale Mission der Firma, alle Informationen der Welt zugänglich zu machen, subjektiv grundsätzlich begrüßenswert ist, kann dabei objektiv ganz schön viel nach hinten losgehen.

Denn: Selbst „gute“ Firmen haben mal „böse“ Mitarbeiter. Wenn dann ein unfasslich gigantischer Infohaufen vorhanden ist, den diese missbrauchen können – entweder für sich selbst persönlich (schlimm) oder im Irrglauben an das Wohl des Unternehmens (schlimmer) – wird’s gefährlich. Man hat es beim Telekom-Datenskandal gesehen und wird es in den nächsten Jahren noch öfter sehen: Ein GAU wird den nächsten jagen.

Das Problem dabei ist auch, dass sich ein Konzern wie Google längst nicht mehr mit einfachen Suchdaten zufrieden gibt. So weiß das Unternehmen künftig, wo seine Nutzer sind: Mit dem neuen, kostenlosen Handy-Dienst „Latitude“ („Breitengrad“) bietet der Suchmaschinenriese seit kurzem für Nokia-, Windows Mobile-, Blackberry- und Android-Mobiltelefone einen Service an, über den man der Welt mitteilen darf, wo man sich gerade befindet. Da kann Google noch so sehr betonen, nur jeweils den letzten Standort vorzuhalten: Langsam wird es unheimlich.

Oder wie wäre es mit dem neuen Behavioral Targeting, das Google als locker flockige „interessensbasierte Anzeigen“ bewirbt, die den Nutzern nur helfen sollen? 90 Prozent der Deutschen sind von diesem Werbenetz erfasst, das Reklame anhand früherer Surftripps einblendet. Der Konzern hat zwar eine Opt-Out-Möglichkeit vorgesehen, doch wer wird die, realistische gesprochen, wirklich anklicken?

Noch wurde kein Fall von großem Google-Missbrauch bekannt. Angesichts der Möglichkeiten, die die Datenberge bieten, ist das aber nur eine Frage der Zeit. Nie war Datenvermeidung so empfehlenswert wie heute.

Quelle:

Ben Schwan

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5. Mai 2009 - Posted by | Uncategorized

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