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jetzt auch E-Books in Farbe …

Vorsichtig nimmt Morihito Notani von der Start-up-Inkubator-Abteilung des japanischen Elektronikherstellers Fujitsu die Weltpremiere aus der dicken Hülle. Dabei macht das erste für Normalverbraucher erhältliche E-Book mit farbigem elektronischen Papier einen recht stabilen Eindruck.

Mit 12,5 Millimeter Dicke, 385 Gramm Gewicht und einem Acht-Zoll-Bildschirm nimmt sich das FLEPia genannte Teil von der Fujitsu-Tochtergesellschaft Fujitsu Frontech wie drei aufeinander gelegte Groschenromane aus. Allerdings haben in seinem Speicher mindestens 5000 Novellen Platz, die geneigte Leser über schnurloses LAN aus dem Internet oder über Bluetooth, USB-Kabel oder SD-Karte vom Computer oder dem Handy auf das Gerät laden können. Allerdings nur, falls es die gewünschte Lektüre schon als E-Book in Japan geben sollte.

Die Attraktion des auf dem Betriebssystem Windows CE basierenden elektronischen Buches ist nach Fujitsus Erachten der Touchscreen. Er lässt sich mit Tasten oder einem Plastikstift bedienen und stellt mit seiner knappen XGA-Auflösung (768 mal 1014 Punkte) alle gängigen Microsoft Office-Dateiformate, zwei E-Book-Formate, Webseiten und Fotos gestochen scharf dar. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit farbigem E-Papier von Hitachi und der FLEPia-Vorgängerversion für professionelle Anwendungen aus dem Jahr 2007 bin ich positiv von der Farbdarstellung überrascht. Aber, um es schon vorweg zu nehmen: die Technik steht ganz offensichtlich noch ganz am Anfang.

Beginnen wir mit den Farben und dem Bildaufbau. Wie farbig ich das Bild wahrnehmen will, kann ich in drei Stufen einstellen: Es gibt 64 Farben, 4096 Farben und den Vollfarbmodus mit 260.000 Farben. Jeder Modus hat so seine Vor- und Nachteile. Bei 64 Farben baut sich das Bild am schnellsten auf. 1,8 Sekunden dauert der Vorgang, den Fujitsu nicht von ungefähr „Scan“ nennt. Denn für den Aufbau wird das Bild von rechts nach links ausgerollt. Dafür sind Farbbrillanz, Abstufungen und der Kontrast dürftig. Im Vollfarbmodus ist der Seitenaufbau extrem betulich, weil jede Seite dreimal abgescannt, sprich aufgebaut wird – zuerst 64, dann die 4096 und dann alle 260.000 Farben. Schnelles Blättern? Fehlanzeige. Dafür wirken auch Fotos ganz hübsch, wenn das Licht nur hell genug ist. Denn anders als bei von hinten beleuchteten Flüssigkristallbildschirmen hängt die Brillanz der Wiedergabe vom einfallenden Licht ab. Allerdings ist das Schriftbild auch bei Sonnenschein weniger kontrastreich als bei schwarz-weißen E-Books.

Das werden Japaner jedoch nicht bemerken, da Japans Konzerne ihnen E-Books vorenthalten. Selbst Sony verkauft seinen digitalen Buchersatz nur in den USA und nicht daheim. Hier in Japan setzen sie bisher auf LCDs. Denn die Produktmanager glauben fest daran, dass Japaner wie von ihren Handys gewohnt zumindest bunte Manga-Comics und Emails mit Bildanhängen lesen, im Internet browsen und am besten auch noch Videos und Fernsehen genießen wollen. Bis auf bewegte Bilder beherrscht das Buch diese Grundanforderungen, wenn auch wie erwähnt nicht besonders flott.

Diese Kinderkrankheiten zusammengenommen mit dem saftigen Preis von 99.750 Yen (rund 780 Euro) wird es deshalb zu einem Nischenprodukt für technikaffine Erstanwender-Junkies machen. Dennoch halte ich das Produkt für relevant. Auch wenn sich Manga-Leser, die oft so schnell blättern, dass der Comic zum Daumenkino wird, sich wenig für das Gerät begeistern dürften, bietet sich zum Beispiel für Zeitungsverlage ein interessantes Lesegerät für digitale Nachrichten.

Außerdem dürften die Forscher Blättertempo, Kontrast und Farbdarstellung in den kommenden Jahren verbessern und gleichzeitig die Massenproduktion aufnehmen. Damit wollen sie den Preis bis 2011 auf 50.000 Yen senken. Wenn es dann noch in einem Bündel mit einem interessanten Angebot subventioniert feilgeboten werden sollte oder andere Techniken wie P-Ink die Darstellungsleistung übertrumpfen, würde ich mir den Kauf eines Farb-E-Books zumindest überlegen. Denn ich habe es langsam satt, längere Texte auf meinem Handybildschirm oder am PC zu lesen. Tatsächlich schaut man dort direkt in eine Lampe.

Quelle:

Martin Koelling, Tokio

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2. April 2009 - Posted by | Uncategorized

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