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TV1EU bietet cloud-basiertes Live-Transcoding …
technischer Jahresrückblick 2011 …
TV-Station in a Mac …
ToolsOnAir aus Wien bietet seine Playout-Lösungen JustLive und JustPlay nun in der Version 1.6 an. »Im Zusammenspiel unserer Softwares mit der Prozessorleistung des Intel i7 und der Thunderbolt-Technologie im neuen Mac Mini ist es möglich, über I/O-Boxen von Aja und Blackmagic Design ein vollwertiges HD-SDI-Signal für die Ausstrahlung auszugeben«, erläutert Gilbert Leb von ToolsOnAir.
Erste Kunden sind mit dieser Systemkonfiguration schon On Air, die jüngste und kleinste Variante der »TV Station in a Mac« konnte sich damit schon im täglichen Einsatz beweisen.
Mit einem Mac Mini als Hardware-Basis und der ToolsOnAir-Software lassen sich ultrakompakte Playout-Lösungen realisieren: 85 W Leistungsaufnahme und ein Platzbedarf von nur 1 HE im 19-Zoll-Rack (ohne Monitor) umreißen und kennzeichnen dieses System, das aber in puncto Playout-Automation, Videoserver-Funktionalität und Echtzeitgrafik umfassende Leistung bereitstellt. »Damit bieten sich neue Perspektiven für die Betreiber von Fernsehsendern, aber auch Playout-Zentren«, ist sich Gilbert Leb sicher.
Ein Mac Mini ist zu Endkundenpreisen ab 600 Euro verfügbar, auch eine gut ausgestattet Variante mit 1 TB Speicherkapazität kostet unter 2.000 Euro (inklusve Mehrwertsteuer): Das eröffnet auch ganz neue Dimensionen in puncto Hardware-Kosten für ein Playout-System. Zu Preisen in der Größenordnung von rund 30.000 Euro für das gesamte Projekt, lässt sich damit heute die Playout-Plattform eines TV-Senders realisieren, der volles Programm inklusive Live-Anteilen bietet.
»Mit unserem Konzept der „TV Station in a Mac“ kann sich ToolsOnAir komplett auf die Software-Entwicklung konzentrieren und auf die weltweite Verfügbarkeit von Apple-Hardware zurückgreifen«, bilanziert Gilbert Leb: »Seit der Gründung von ToolsOnAir im Jahr 2008 sind über 300 Kanäle in mehr als 30 Ländern auf Basis unserer Lösungen On Air. Die „TV Station in a Mac“ ist damit nachhaltig im Markt angekommen.«
Weitere Neuheiten der Software-Version 1.6
Die Version 1.6 von JustLive und JustPlay bietet zudem eine Echtzeit-Erkennung der Seitenverhältnisse 16:9 und 4:3: Das Bildsignal wird dann in das jeweils gewünschte Ausstrahlungsformat konvertriert. Gerade dieses Feature unterstützt viele Sender beim gemischten Playout von Archiv-Content in 4:3 mit neu gedrehtem 16:9-Material, so ToolsOnAir.
Mit der Funktion »Playlist in Playlist« wurde aus Sicht des Herstellers die Benutzerfreundlichkeit erhöht, ohne die einfache Bedienung der Software einzuschränken. Ein Playlist-Parser ermöglicht zusätzlich die nahtlose Integration zu vorhandenen Traffic-Management- und Scheduling-Systemen. Erweitert wurde auch die Steuerungskommunikation mit Kreuzschienen und Mischern und es wurde eine GPI-Out-Schnittstelle ergänzt.
Für frame-genauen Playout wurde, wie bereits bei der Ingest-Lösung JustIn von ToolsOnAir nun auch bei den Playout-Systemen die Synchronisation über LTC integriert.
Quelle:
http://www.film-tv-video.de/newsdetail+M572e9f44fa0.html
Durcheinander in der aktuellen, digitalen Kameratechnik …
Irrsal und Wirrsal: Die Kamerawelt ist durcheinander geraten. Fast nichts ist in diesem Bereich der Branche mehr so, wie es vor fünf Jahren war. Hier hat wahrhaft eine Revolution stattgefunden, die diesem Begriff auch gerecht wird.
Das manifestiert sich in den Produktpaletten der etablierten Anbieter und auch darin, dass es eine Vielzahl neuer Wettbewerber gibt. Alles scheint in Bewegung zu sein, an allen Ecken und Enden tut sich was. Einerseits werden Fotoapparate sogar dann eingesetzt, wenn für den Broadcast- und Kinomarkt produziert wird. Gleichzeitig hat Arri schon 2.000 Alexas verkauft und Sony macht für seine Top-End-Kamera F65 Preise, die noch vor kurzem als unvorstellbar niedrig gegolten hätten.
Hand in Hand mit dieser Entwicklung haben sich auch die Workflows am Set und in der Postproduktion massiv verändert. Vieles wurde freier und offener, aber oft fehlen eben auch die verbindlichen Standards: Sie wurden teilweise von groben Vorstellungen darüber abgelöst, wie mit welchem Ausgangsmaterial idealerweise umgegangen werden sollte. Klar scheint derzeit lediglich: Es wird eine immer größere Bandbreite an Equipment professionell genutzt. Die große Herausforderung besteht darin, für jedes Level die passenden Workflows zu finden. Und das gelingt dann am besten, wenn alle Beteiligten miteinander reden …Details finden Sie unter:
Perspektiven für die digitale Postproduktion …
In den vergangenen Jahren trieben die raschen Entwicklungen in der Postproduktion die ganze Branche an: Die meisten Impulse und Innovationen kamen aus diesem am weitesten von der IT durchdrungenen Marktbereich. Phasenweise sahen sich etwa die Camcorder-Hersteller gar genötigt, die passenden, von der Postproduction vorgegebenen Formate und Codecs zu integrieren, anstatt wie früher selbst die Vorgaben zu machen, nach denen sich die Postproduction-Hersteller richten und denen sie hin und wieder sogar hinterher hecheln mussten.
Nun kippt das Ganze mal wieder und zwar aus einem Grund, der die Anbieterseite insgesamt wenig erquickt: Die Software-Lösungen im Postproduction-Sektor sind mittlerweile zu großen Teilen in einem Preisbereich angekommen, in dem die Hersteller und Händler nur noch wenig Spaß empfinden. Lohnt es sich da noch, ein großes Entwicklerteam zu beschäftigen, das Innovationen für eine kaum mehr wachsende Branch auf die Schiene setzt? In einem Bereich, den manche sogar schon als ziemlich ausentwickelt betrachten?
So wie sich heute kaum noch ein paar junge Wilde daran machen werden, die Tabellenkalkulation oder ein Schreibprogramm neu zu erfinden, sieht es im Grunde auch im professionellen Editing-Bereich aus. Vielleicht ist das auch der eigentliche Grund dafür, was Apple aus Final Cut Pro gemacht hat: Final Cut Consumer nämlich, ein Schnittprogramm für jedermann, der – um es überspitzt zu sagen – nicht mit jahrelanger Schnitterfahrung belastet ist. Wachstum in den Massenmarkt nach dem Motto: Every home should have one.
Wenn Systeme, die noch vor Jahren für Beträge im sechsstelligen Euro-Bereich den Besitzer wechselten, mittlerweile für lau angeboten werden, bleibt eben auch nicht mehr viel übrig für die weitere Entwicklung von Softwares – zumindest nicht als Firmenzweck, also mit dem Ziel, direkt von den Verkaufserlösen der Software zu leben.
Und so waren es in diesem Jahr auch weniger die Produktneuerungen, als vielmehr die Nachrichten von neuen Firmenübernahmen und -ausrichtungen, die während der IBC den Postproduktionsmarkt dominierten.
So verkündete Adobe, dass man Technologien und Assets des Color-Grading- und Dailies-Spezialisten Iridas erworben habe. Defacto hat Adobe Iridas geschluckt: Alle Mitarbeiter wurden von Adobe angestellt, auch die Firmenköpfe Patrick Palmer und Lin Sebastian Kayser. Den dürren Worten der Adobe-Pressemitteilung ist zu entnehmen, dass die Technologien in zukünftige Versionen der Adobe-Komplettpakete übernommen werden sollen. Zu einem Gespräch über dieses Thema war während der IBC auf Adobe-Seite niemand bereit. Die Besitzer von Iridas-Systemen werden noch eine Weile Support erhalten – und wie es dann weitergeht, wird man sehen. Vielleicht wollte Adobe letztlich nur die Raw-Technologien von Iridas haben, vielleicht bleibt mehr von Iridas übrig.
Eines aber ist sicher: Adobe war in den vergangenen Monaten sehr aktiv im professionellen Markt unterwegs und konnte Apples Abkehr vom Profimarkt gut nutzen, um Nutzer zu bekehren. Mit attraktiven Crossgrades überzeugte Adobe selbst viele hartnäckige Premiere-Pro-Skeptiker, das Lager zu wechseln. Auch Avid hat nun sein ehemals zeitlich begrenztes Crossgrade verlängert und will jetzt dauerhaft Final-Cut-Crossgrades anbieten: wenn einer dem Markt den Rücken zukehrt, stehen die anderen eben schon bereit.
Apple selbst spricht freilich nicht von einer Abkehr vom Profi-Videomarkt – inoffiziell natürlich und nur im Briefing mit von Geheimhaltungsklauseln geknebelten Partnern, denn Offenheit und Dialog schätzt man bei Apple trotz allem »Mach es anders«-Gehabe nicht und vertritt intern offenbar
auch die Auffassung, dass man beides nicht nötig habe. Den Endkunden knallt man einfach eine halbfertige, inkompatible Neuversion von Final Cut hin, die man als ultimative Revolution des Editings anpreist – und als Gnadenakt lässt man dann doch den telefonischen Verkauf der alten Version wieder anlaufen.
Weil aber niemand gern so deutlich auf die eigene Bedeutungslosigkeit hingewiesen wird, hat Apple damit viel Porzellan zerschlagen. Noch wollen es zwar viele der einst gehätschelten Videoprofis nicht wahrhaben, dass Apple sie zugunsten anderer, profitablerer Märkte ausgemustert hat. Wie an Strohhalme klammern sie sich an die Hoffnung, dass alles wieder gut
werde, wenn erstmal die fehlenden FCP-Features kommen. Aber tief in ihrem Inneren hat etwas einen Riss bekommen: das Vertrauen. Wie wichtig das besonders im Profi-Markt ist, musste auch Sony schon mal bitter lernen, wo man ebenfalls phasenweise den Kontakt zum Markt fast komplett verloren hatte und in eigenen Sphären schwebte. Bleibt zu hoffen, das nicht jede Generation erneut diesen Fehler machen muss.
Vertrauen unterliegt nun mal einem asymmetrischen Prozess: Es wächst ganz langsam und ist im Handumdrehen zerstört. Aber vielleicht schwebt den Marketingexperten der modernen Schule auch gar kein partnerschaftlicher, vertrauensvoller Umgang mit den Kunden mehr vor, sondern eher das Verhältnis eines Drogenhändlers zu einem Drogenabhängigen.
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Im Kommen: drahtlose Videoübertragung per W-LAN und Handynetz …
Bei der Steuerung von Kameras und anderem Equipment haben sich kabellose Bedieneinrichtungen schon längst durchgesetzt: Was einst mit der Funkschärfe begann und sich dann zunächst auf andere Kamerafunktionen ausdehnte, hat mittlerweile Dimensionen angenommen, die weit hierüber hinaus gehen.
Ein Beispiel dafür ist das On-Set-Dailies-System, das Lightiron Hollywood für Red-Kameras entwickelt hat: Über eine iPad-App können dabei die Bilder dieser Kameras via W-LAN auf iPads gestreamt und dort mit Metadaten und Anmerkungen für die Postproduction versehen werden. Somit kann also jeder am Set, der diesen Wunsch durchsetzen kann, kabellos die aufgezeichneten Sequenzen auf seinem iPad sehen.
Der USB-Stick AJ-WM30 von Panasonic bietet ähnliches für den Camcorder AJ-HPX3100 dieses Herstellers an: Proxy-Video und Metadaten vom Camcorder können damit auf iPad, iPhone oder Panasonic-Tablets übertragen werden. Auch Sony hat eine vergleichbare Lösung entwickelt.
Verwandte Technik, etwas andere Anwendung: Kleine Kodiereinheiten erlauben es, H.264-kodierte Bilder und Töne direkt vom Camcorder ins Internet zu streamen: Webcasts für jedermann zum kleinen Preis werden damit möglich.
Wer höhere Übertragungsqualität braucht, aber die Kosten einer Satellitenübertragung via SNG-Equipment nicht tragen kann oder will, für den gibt es nun ebenfalls eine Alternative: die Live-Videoübertragung über Handy-Netze. LiveU war mit seinem »Ü-Wagen als Rucksack« einer der ersten Anbieter, nun gibt es mit TVU Network, Code One oder Dejero weitere Anbieter mit vergleichbaren Systemen: Bilder und Töne werden dabei – vereinfacht gesprochen – über mehrere gebündelte Handy-Verbindungen verschickt. In den Details unterscheiden sich die Systeme, aber die Grundidee ist ähnlich.
Mischformen gibt es ebenfalls: LiveU etwa bietet eine gegenüber dem ersten Live-Broadcast-Rucksack deutlich geschrumpfte Variante dieser Technik an, die wahlweise W-LAN oder Handy-Verbindungen nutzen kann. Die anderen Live-Rucksack-Anbieter haben ebenfalls ähnliche Möglichkeiten vorgesehen.
Denkt man an die kommende Mobilfunk-Generation LTE-4G mit noch mal deutlich höheren Datenraten, dann eröffnet sich hier eine Möglichkeit, Live-Bilder zu übertragen, die sicher nicht in allen, aber in vielen Fällen eine klare Alternative zur Satellitenübertragung darstellt – und mit vergleichsweise schmalen Budgets umsetzbar ist.
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dringend gesucht … das „berührungslose“ Touchpanel …
Touchpanels sind in den vergangenen Jahren in viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens eingezogen: Bei der Bank rufen wir darüber unsere Auszüge ab, am Bahnhof und am Flughafen wollen vor Reisebeginn ebenfalls Touchscreens von uns berührt werden. Im Normalfall ist man auf sich gestellt, wenn man sich mühselig durch endlos anmutende Menüs auf diesen Touchscreens klickt, nur an den Airline-Terminals gibt es noch Menschen, die sich um hilflos dreinblickende Fluggäste kümmern, wenn die durch leise Flüche und festeres Drücken der Bildschirmtasten zum Erfolg kommen wollen, aber kläglich scheitern.
Auch in der Medienbranche sind Touchscreens mittlerweile nicht mehr wegzudenken: Immer mehr Camcorder sind damit ausgerüstet, Smartphones wie das iPhone lassen sich nur noch darüber bedienen. Das iPad und all die anderen Tablet-PCs bieten noch mehr Platz für die Fingerabdrücke ihrer Benutzer.
Damit ist einer der unangenehmen Nebeneffekte von Touchscreens angesprochen: Wenn nicht gerade irgendwelche Spiele oder andere bunte Bilder auf dem Display laufen, sehen die Oberflächen alles andere als einladend aus. Kaum gereinigt, sind die Oberflächen auch schon wieder verschmutzt. Schreibt man eine SMS oder eine E-Mail auf dem Gerät, sieht es danach aus, als hätte ein Wiesel darauf Cha-Cha-Cha getanzt. Beim Smartphone liefern sich zudem Gesichtscremes, Makeup, Schweiß und Ohrenabdrücke einen Kampf um die Gebietsvorherrschaft auf dem Display.
Touchscreens sind toll: Sie sparen Geld, weil man etwa beim Camcorder auf den Einbau vieler zusätzlicher Tasten verzichten kann, sie bieten neue, platzsparende Möglichkeiten, Geräte zu konstruieren und sie eröffnen neue Nutzungsmöglichkeiten, etwa bei Spielen. Spätestens aber, wenn man versucht, das Bild auf einem verschmierten Camcorder-Display zu beurteilen, wünscht man sich die nächste Stufe der technischen Entwicklung: den berührungslosen Touchscreen (spannend, wie ein solches Paradoxon wohl benannt wird). Oder den selbstreinigenden Touchscreen, der immer sauber und gepflegt aussieht. Also her mit solch sinnvollen Innovationen, anstatt uns Anwender ständig mit Software voller Hinter- und Falltüren zu ärgern – aber das wird wohl ein Traum bleiben.Quelle:
Test: Atomos Ninja — günstiger HDMI-Recorder mit Touchscreen …
Entgegen erster Ankündigungen besitzt der Ninja nun ausschließlich einen HDMI-Eingang und keine SDI-Schnittstellen. Mit SDI-Schnittstellen wird Atomos ein etwas größeres Gerät namens Samurai bestücken, das zur NAB2011 gezeigt wurde und das erst Ende 2011 verfügbar sein soll (NAB-News). Neben dem günstigeren Nettopreis von rund 800 Euro unterscheidet sich der Ninja von der aktuellen Konkurrenz — etwa Convergent Designs NanoFlash und Ajas Ki Pro Mini — zum einen durch den Touchscreen und zum anderen dadurch, dass das Signal auf handelsüblichen Laptop-Festplatten aufgezeichnet wird.
Im Test wurde der Recorder mit dem derzeit bei Filmern sehr populären Fotoapparat Lumix GH2 von Panasonic (Test) kombiniert. Dieses Panasonic-Gerät gibt laut Hersteller ein 4:2:2-Signal am HDMI-Ausgang aus: Das ist eine höhere Bildqualität, als der Fotoapparat selbst aufzeichnen kann, insofern ergibt es durchaus Sinn, den Ninja in Kombination mit dem GH2 zu nutzen. Dabei schöpft der Fotoapparat das Potenzial des Ninja allerdings nicht ganz aus: Er gibt nämlich nur 8-Bit-Sgnale ab, während Ninja auch 10-Bit-Signale verarbeiten könnte. Die Obergrenze der Signalqualität gibt Atomos mit bis zu 200 Mbps an, in Form von ProRes-Dateien mit einer Quantisierung von 10 Bit. Weil Ninja lediglich über einen HDMI-Eingang verfügt, ist der Einsatz momentan auf DSLRs und Camcorder wie den Panasonic AG-AF101 (Test) oder SonyNEX-FS100 beschränkt (Infos), wenn man nicht einen zusätzlichen, separaten Wandler nutzen will. Letzteres ist aber aus Kosten- und Handling-Gründen im Grunde nicht zu empfehlen, es sei denn man nutzt ohnehin ein größeres Setup, eventuell mit einem Zusatz-Monitor. Ob die Kombination des Ninja mit der jeweils vorhandenen DSLR sinnvoll ist, hängt von der Kamera ab: So kann etwa die Canon 5D Mark II kein vollwertiges HD-Signal via HDMI ausgeben. Da der Ninja keine zweite Video-Schnittstelle besitzt, kann das Signal nicht an andere Geräte, wie etwa einen externen Monitor durchgeschleift werden. Ansonsten bietet der Ninja zwei Lanc-Schnittstellen, einen Kopfhörerausgang und einen 3,5-Stereo-Klinkeneingang für externe Tonquellen. Die zur Aufzeichnung nötige Festplatte wird nicht mitgeliefert, sondern es müssen separat eine oder mehrere Platten beschafft werden. Um die richtige Festplatte auszuwählen, findet sich auf der Website von Atomos eine Liste vom Hersteller getesteter Platten: Es können verschiedene gängige Laptop-Festplatten genutzt werden. Die Festplatten müssen zunächst jeweils in die mitgelieferten Caddys eingebaut und dann in den Recorder geschoben werden. Der Einbau in die Caddys erfolgt mit den üblichen Festplatten-Schrauben. Zwei Caddys werden mitgeliefert, weitere können im 5er-Pack für rund 30 Euro erworben werden. Auf der Rückseite des Ninja lassen sich bis zu zwei Akkus mit Sony-NP-F-Anschluss befestigen. Neben zwei solchen Akkus liefert der Hersteller auch das zugehörige Doppelladegerät mit. Der Lieferumfang ist also ungewöhnlich umfangreich, denn bis auf einen Mount für den Blitzschuh und eben die Festpaltte, liegt alles für den Aufnahmebetrieb notwendige Zubehör bei. Weiter beinhaltet der gepolsterte Hartschalenkoffer des Ninja eine Basisstation für die Festplatten mit USB-3- und Firewire-800-Schnittstelle, sowie die zugehörigen Kabel. Normale Festplatten sind mittlerweile so günstig, dass die Festplatten-Caddys aus dem Atomos auch als Master ins Archiv wandern können. Die Festplatten müssen im Datensystem FAT32 formatiert sein. Laut Atomos verwendet Ninja eine optimierte Aufzeichnungsmethode, mit der die Festplatte strikt nach Sektoren geordnet beschreibt, so dass die Schreib/Lese-Performance der Festplatte optimal genutzt werden kann. Bei den Testaufnahmen mit einer handelsüblichen Hitachi-Festplatte kam es tatsächlich zu keinerlei Ausfällen oder verlorenen Frames. Selbst bei Aufnahmen aus der Hand oder aus einem fahrenden Auto, verschluckte sich das Aufzeichnungssystem nicht: Laut Atomos sorgt eine eigenentwickelte Anti-Shock-Technologie dafür, dass die Aufnahme bei starken Erschütterungen kurz ausgesetzt und sobald wie möglich wieder fortgesetzt wird. Ein Warnsymbol im Display zeigt es an, wenn die Aufnahme erschütterungsbedingt angehalten wurde. Für Aufnahmebedingungen, unter denen mit größeren Erschütterungen gerechnet werden muss, beispielsweise von einem Motorrad oder Helikopter aus, empfiehlt Atomos ein SSD-Speichermedium, wie es auch für Laptops als Plattenalternative angeboten wird. Viele gängige Formate bis 1080i50 beherrscht Ninja in der aktuellen Version, allerdings sind 1080p25 und 1080p50 momentan noch nicht möglich. 1080p25p soll aber mit einem kommenden Update verfügbar werden, über ein 1080p50-Update gibt es keine Informationen. Das Gehäuse des Ninja macht einen stabilen und wertigen Eindruck, ist dabei aber sehr kompakt und leicht. Die Festplatte und die Akkus rasten fest ein und können nur nach Betätigung eines Druckknopf wieder gelöst werden. Das bringt Betriebssicherheit und schützt vor unabsichtlicher Aufnahmeunterbrechung. Allerdings ist die Mechanik etwas schwergängig und gerade beim Batteriewechsel im laufenden Betrieb — der wegen der Doppelakku-Ausstattung möglich ist — sollte der Ninja nicht direkt am Camcorder angebracht sein: Sonst kommt es zu Wacklern im Bild, weil einiges an Kraftaufwand erforderlich ist, um die Druckknöpfe zu betätigen. Einziges Schaltelement am Gehäuse des Ninja ist der Ein- und Ausschalter. Die Bedienung aller anderen Funktionen erfolgt über den Touchscreen, der gleichzeitig als Monitor mit einer Auflösung von 480 x 270 Bildpunkten dient. Wegen der relativ geringen Auflösung ist das Monitorbild des Ninja allerdings bestenfalls ein Hilfsmonitor, um den Bildausschnitt im Blick zu halten: Für das Beurteilen von Belichtung oder Schärfe ist er nicht zu gebrauchen. Zur niedrigen Auflösung gesellt sich nämlich auch noch ein geringer Kontrastumfang und das Display spiegelt sehr stark: In etwas helleren Tageslichtumgebungen ist der Schirm für die Bildbeurteilung fast komplett unbrauchbar. Außerdem bietet Ninja keinerlei Assistenten wie Pixel-to-Pixel Mapping oder Peaking. Als vollwertigen Field-Monitor kann man den Ninja also nicht betrachten. Die Recorder-Bedienung über den Touchscreen ist aber gut organisiert und man findet sich auch ohne Anleitung schnell zurecht. So wird beispielsweise zwischen den verschiedenen Codec-Varianten einfach per Antippen der Codec-Anzeige gewechselt. Alle wichtigen Informationen wie Timecode, Aufnahmeformat, verbleibende Aufnahmezeit und Audio-Eingang werden angezeigt. Der Ninja vergibt seinen eigenen Timecode, er kann keinen externen Timecode übernehmen. Nimmt man im laufenden Betrieb den Akku ab, der gerade aktiv ist, wird automatisch und unterbrechungsfrei auf den anderen gewechselt. Etwas nervig ist, dass der Ninja mit dem Starten der Aufnahme nicht automatisch in den Monitormodus wechseln kann, sondern jedes Mal manuell umgestellt werden muss. Das größte Manko des Recorder-Betriebs sind momentan noch die Wiedergabemöglichkeiten der aufgenommenen Clips im Ninja. Zwar sind die Aufnahmen nach Szene, Shot und Take unterteilt und in dieser Struktur auch auf der Festplatte gespeichert, doch kann der Ninja keine Thumbnails anzeigen, mit denen sich Aufnahmen direkt am Gerät rasch identifizieren ließen. Von Atomos gibt es auch noch keine gesicherte Zusage, ob ein solches Feature kommen soll. Außerdem ist die Wiedergabe auf dem Gerät nur mit reduzierter Bildqualität möglich — laut Hersteller mit halber Auflösung — das Bild wird dabei aber insgesamt so ruckelig und pixelig dargestellt, dass die Wiedergabe im Gerät momentan eigentlich nicht als ernsthaftes Feature gewertet werden kann. Die Wiedergabe in einer besseren Auflösung soll aber laut Atomos mit einem der nächsten Firmware-Updates möglich werden. Einen Befehl zum Löschen einzelner Aufnahmen gibt es ebenfalls nicht. Nur die ganze Festplatte kann direkt im Ninja formatiert werden. Der Audiopegel des analogen Eingangs wird über einen Einstellbalken auf dem Touchscreen eingestellt, dabei muss man aber ohne konkrete Referenzwerte auskommen. So wird das Pegeln zur Gefühlssache, aber mit etwas Experimentieren kann der Audiopegel am Ninja dann doch so eingestellt werden, dass das Gerät sowohl einen Mic-, wie einen Line-Pegel über die Stereoklinkenbuchse akzeptiert und aufnimmt. Die Lautstärke-Anzeige wird während der Aufnahme aber winzig dargestellt, sie gibt gerade mal einen groben Hinweis darauf, ob der Ton übersteuert. Mithören ist also Pflicht, der man dank Kopfhörer-Ausgang aber nachkommen kann. Zusätzlich besitzt der Ninja zwei Lanc-Schnittstellen (In und Out) wobei der Eingang des Testgeräts aber auf eine Standard Sony-Lanc Fernbedienung nicht reagierte. Über die Lanc-Schnittstellen soll es möglich sein, mehrere Ninjas gleichzeitig anzusteuern, wenn einer als Slave- und der andere als Master-Einheit verwendet wird. Die größte Praxiseinschränkung des Ninja liegt in der HDMI-Schnittstelle: Die ist eben einfach nicht für mobile Field-Einsätze konzipiert und lässt sich nicht arretieren. So kann es leicht passieren, dass man am Kabel wackelt und dadurch die Verbindung stört oder kurzzeitig unterbricht. Geschieht das bei laufender Aufnahme, wird die Aufzeichnung sofort gestoppt. Außerdem kann das Kabel auch sehr leicht unabsichtlich komplett abgezogen werden. So gilt es, hierfür Vorkehrungen mit Klett- oder Kebeband zu treffen. Apples ProRes verspricht schon allein durch das Farbsampling von 4:2:2 und die hohe Datenrate eine höhere Qualität. In der Praxis war allerdings der Unterschied bei der Kombination des Ninja mit dem GH2 nicht riesig. Das 8-Bit-Schmalspur-Signal des Fotopapparats trug hierzu ganz sicher seinen Teil bei. Und so war im Vergleich zwischen AVCHD-Direktaufzeichnung des GH2 und den ProRes-Aufnahmen des Ninja kein himmelweiter Unterschied auszumachen: Nur bei schnellen Bewegungen, sehr hohen Bildkontrasten und feinsten Details gab es sichtbare Unterschiede. Bei ruhigen Sequenzen und gut ausgeleuchteten Interviewsituationen vom Stativ brachte der Einsatz des Ninja in der Kombination mit dem GH2 fast keine sichtbaren Vorteile: Selbst beim Vergleich von ProRes HQ auf der Ninja-Seite mit AVCHD im 17-Mbps-Modus beim GH2 war unter diesen Bedingungen kein großer Unterschied auszumachen. Anders sieht es aus, wenn man etwa Handkameraaufnahmen im Wald macht, starke Unschärfen mit leichter Bewegung kombiniert oder im schwachen Wind schaukelnde Blätter vor einer Lichtquelle aufnimmt: Dann zeigt sich ein deutlicher Unterschied in der Qualität, vor allem durch die stärkeren Blockartefakte der Kompression von AVCHD — aber man muss es fast schon provozieren und darauf anlegen, diese Unterschiede herauszuarbeiten. Bessere Bildqualität bietet also die Kombination aus GH2 und externer Aufzeichnung schon, als die interne AVCHD-Aufnahme sie zu erreichen vermag — aber Welten liegen in der Praxis nicht dazwischen. Bei der Kombination des Ninja mit anderen Camcordern und Fotoapparaten könnte der Unterschied zwischen interner und externer Aufzeichnung allerdings größer ausfallen, besonders wenn diese 10-Bit-Signale ausgeben. Zudem bleibt bei der Ninja-Aufzeichnung stets der Vorteil bestehen, dass die Aufnahmen direkt von fast allen gängigen Schnittsystemen verarbeitet werden können. Dieser Vorteil wird aber in der Zukunft mit zunehmender Rechnerleistung und voraussichtlich auch im Zusammenspiel mit zukünftigen Versionen der Schnitt-Softwares dahinschmelzen. Bleibt noch ein weiterer Aspekt: Dank des mitgelieferten Gehäuses für die Festplatten-Caddys kann man die mit dem Ninja bespielten Speichermedien direkt über Firewire mit dem Rechner verbinden und sogar direkt von der Platte mit den Originalaufnahmen schneiden — wenn einem das nicht zu riskant ist. Der Ninja von Atomos macht einen guten ersten Eindruck und verrichtet im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten verlässliche Dienste. Das Aufzeichnen auf Festplatte ist stabil genug für die meisten gängigen Aufnahmesituationen und erwies sich selbst bei Fahraufnahmen aus dem Auto als problemlos. Der größte Unsicherheitsfaktor im Praxisbetrieb liegt in der instabilen HDMI-Steckverbindung. Die Bedienung des Ninja ist durchdacht, selbsterklärend, intuitiv und einfach, der Preis ist relativ günstig und der Lieferumfang vorbildlich. Die Mängel bei der Wiedergabequalität direkt im Gerät und das Fehlen einer übersichtlichen Thumbnail-Darstellung schmälern den Nutzen. Auch ist der Ninja nicht als größerer Field-Monitor geeignet — dafür ist die Darstellungsqualität einfach nicht gut genug. Letztlich bleiben als wesentliche Argumente für den Ninja die bessere Aufnahmequalität — die aber etwa in Kombination mit dem GH2 nicht gerade dramatisch höher ausfällt — und das einfachere Handling in der Postproduktion, wo man Transcoding-Schritte einsparen kann: Ob das 800 Euro wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Quelle und Video-Report: http://www.film-tv-video.de/newsdetail+M51f535f0e7a.html
Ninja von Atomos ist ein kompakter Digitalrecorder, der per Touchscreen bedient wird. Ein Prototyp des kleinen schwarzen Kästchens war schon auf der IBC 2010 zu sehen. Bis zum fertigen Gerät gab es dann noch einige Veränderungen und in der endgültigen Hardware-Form ist der Ninja seit Anfang 2011 lieferbar— zumindest theoretisch. Bis film-tv -video.de ein Testgerät bekommen konnte, dauerte es dann doch noch bis zur Jahresmitte — aber nun war ein Test möglich.
Basisinformationen
Bedienung
Aufnahmen
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